Termindetail
Der Obelik als Mahnung
Es war der 2. April 1945, als Einheiten der 2.US-Panzerdivision das deutsche Lager für sowjetische Kriegsgefangene STALAG 326 VI/K erreichten und dort die noch verbliebenen rund 10.000 Gefangenen befreiten. Im Lager hatte sich unter komplizierten Bedingungen eine Gruppe von Gefangenen, vorwiegend aus Offizieren, eine Widerstandsgruppe gebildet, die sofort nach der Befreiung die Leitung des Lagers übernahm.
Zunächst galt es, in kurzer Zeit ein Denkmal zur Mahnung an die hier zu Tode gequälten 65.000 Soldaten und Offiziere zu errichten. Der Obelisk wurde im April 1945 von mehrereren Arbeitsbrigaden der befreiten Gefangenen mit teils primitiven Werkzeugen gebaut und konnte am 2. Mai feierlich eingeweiht werden. An der Einweihungsfeier nahmen nach Aussagen von Zeitzeugen über 10.000 Menschen, vor allem die Überlebenden des Lagers und US-Soldaten teil.
Der mehrfach umgestaltete Obelisk auf dem Sowjetischen Soldatenfriedhof ist heute ein Denkmal von besonderer historischer Bedeutung, das zum einen an den Tod und an die Verbrechen an den 65.000 sowjetischen Kriegsgefangenen erinnert. Er ist Ausdruck der Zuversicht seiner Erbauer auf einen Sieg über den Faschismus und gleichzeitig eine Mahnung an die Überlebenden, alles für den Frieden zu tun. Der Obelisk ist aber gleichzeitig ein steinernes Dokument für die 80- jährige Geschichte der Bundesrepublik, in der seine Existenz oft infrage gestellt wurde und in der schließlich seine ursprüngliche Form und Aussage der herrschenden Politik untergeordnet wurde.
Solidarische und antimilitaristische Grüße
Rainer Westphal
Friedensinitiative Gütersloh
Veranstaltungsort: Bielefeld, Stadtarchiv
Kavallerie Str. 17
33602 Bielefeld

