Wir mit Euch! – Für eine sorgende und solidarische Stadt Löhne in einer lebenswerten Welt!
Kommunalwahlprogramm der Partei Die Linke Löhne 2025
Löhne steht vor großen Herausforderungen – von sozialer Ungleichheit über marode Infrastrukturen
bis hin zur Klimakrise. Doch darin liegen auch Chancen: für eine Stadt, in der sich Menschen
aufeinander verlassen können, in der sozialer Ausgleich gelebt wird und ökologische Verantwortung
das Handeln bestimmt. Wir fordern eine sorgende Stadt, in der niemand zurückgelassen wird –
unabhängig von Herkunft, Einkommen oder Alter. Eine Stadt, in der bezahlbares Wohnen, Bildung,
Mobilität und eine intakte Umwelt nicht gegeneinander ausgespielt werden, sondern zusammen
gedacht und gestaltet werden. Nur gemeinsam können wir ein solidarisches Löhne von morgen
gestalten – eine Stadt, in der niemand zurückgelassen wird und die für alle lebenswert ist. Wir
müssen den Rüstungswettlauf beenden und eine lebenswerte Welt für künftige Generationen
schaffen.
Eine solidarische Stadt lebt vom Mitmachen, vom Miteinander und vom Respekt gegenüber allen
Menschen. Doch gesellschaftlicher Zusammenhalt entsteht nicht von allein – er muss politisch
gewollt und aktiv gestaltet werden. In Löhne setzen wir uns für eine Stadtgesellschaft ein, die
Vielfalt als Stärke begreift. Wir stellen uns gegen jede Form von Ausgrenzung, Diskriminierung und
rechter Hetze. Die Rechte und Bedürfnisse von Menschen mit Migrationsgeschichte, queeren
Menschen, Menschen mit Behinderungen und allen, die von struktureller Benachteiligung betroffen
sind, müssen im Zentrum der Stadtpolitik stehen. Wir fordern sichere Räume, echte Beteiligung und
eine öffentliche Infrastruktur, die für alle zugänglich ist – ob in Gebäuden, im Netz oder in den
Köpfen. Es braucht Begegnungsorte ohne Konsumzwang, eine lebendige Kneipenkultur und den
Erhalt kultureller Angebote. Denn eine solidarische Stadt ist auch eine Stadt mit Kultur, mit
Austausch und mit echten Perspektiven für alle Generationen.
Forderungen:
Für lebendige Orte des Miteinanders
• Den Bahnhof als Dritten Ort realisieren und Ausbau weiterer Dritter Orte ohne
Konsumzwang
• Weiterer Ausbau des Werreauenparks (Naturstrand)
• Neubau von Frei- und Hallenbad und naturnaher Ausbau der Außenanlage
• Ausbau von Sport- und Freizeitplätzen für Jugendliche
• Unterstützung für Kneipen und Restaurants
• Wiederbelebung des Wochenmarkts
Gegen Diskriminierung und rechte Hetze
• Stärkere Unterstützung migrantischer Selbstorganisation
• Rassismus, Muslimfeindlichkeit, Antisemitismus und Queerfeindlichkeit aktiv bekämpfen
• Beratungsangebote und Schutzräume für Betroffene
• Keine Zusammenarbeit mit Rechten im Rat oder anderswo
Für Teilhabe und Integration
• Förderung von Integrationsprojekten
• Die Ulenburg als Ort der kulturellen Integration stärken
• Inklusives Löhne: Barrierefreiheit in allen Lebensbereichen
• Ausbau von Jugendbeteiligung – Jugendrat mit Antragsrecht
Wohnen ist ein grundlegendes Menschenrecht und darf nicht dem freien Markt überlassen bleiben.
In Löhne spüren viele Menschen die steigenden Mieten und die Knappheit bezahlbarer Wohnungen
deutlich. Während Investorinnen teure Neubauten errichten, fehlen vor allem Wohnungen für
Familien, Alleinerziehende, Rentnerinnen und Menschen mit geringem Einkommen. Wir setzen uns
dafür ein, dass die Stadt Löhne mehr Verantwortung übernimmt – indem sie über die Wohnbau
Löhne und genossenschaftliche Wohnformen dauerhaft bezahlbare, gute Wohnungen schafft.
Privaten Investoren, die nur an Rendite interessiert sind, stellen wir uns entgegen. Gute
Wohnungspolitik heißt auch, klimafreundlich und generationengerecht zu bauen. Es braucht Räume
für gemeinschaftliches Wohnen, kurze Wege zu Kitas, Schulen und Einkaufsmöglichkeiten sowie
Energieversorgung, die sich an Umwelt- und Sozialverträglichkeit orientiert.
Forderungen:
• Wohnen muss bezahlbar bleiben – Mietwucher bekämpfen
• Bezahlbaren Wohnraum für alle.
• 30 % Sozialwohnungsquote bei Neubauprojekten
• Förderung von Mehrgenerationen- und gemeinschaftlichen Wohnprojekten
• Mieter*innenschutz ausbauen: Keine Umlage von Sanierungskosten
• Ausweitung der Förderung für Balkonkraftwerke & Mieterstrommodellen
• Mehr Familienwohnungen durch die Wohnstadt Löhne
• Ausbau und stärkere Förderung der Wohnstadt Löhne
Eine sorgende Stadt lässt niemanden im Stich. Doch der gesellschaftliche Zusammenhalt wird
bedroht, wenn soziale Leistungen immer wieder gekürzt und durch sogenannte
Haushaltskonsolidierungen in Frage gestellt werden. In Löhne betrifft das viele: Menschen, die aufSozialleistungen angewiesen sind, Rentner*innen mit geringen Bezügen, Alleinerziehende oder
Haushalte, die unter den steigenden Energie- und Lebenshaltungskosten leiden. Wir setzen uns
dafür ein, dass die Stadt eine klare Absage an das Spardiktat erteilt – denn soziale Sicherheit darf
nicht zur Verhandlungsmasse werden. Wer in Löhne lebt, soll sicher wohnen, sich versorgen und am
gesellschaftlichen Leben teilhaben können. Die Energieversorgung muss bezahlbar sein,
Sperrungen von Strom, Wasser oder Gas lehnen wir entschieden ab.
Forderungen:
• Keine Einsparungen im sozialen Bereich zur Haushaltskonsolidierung
• Strom-, Wasser- und Gassperren verbieten
• Kein finanziellen Mittel für Krieg und Aufrüstung – mehr Investitionen in soziale Belange
vor Ort
Die Klimakrise ist längst auch in Löhne angekommen: Hitzesommer, Starkregenereignisse und der Verlust biologischer Vielfalt zeigen, wie dringend lokales Handeln ist. Eine ökologische
Stadtentwicklung bedeutet für uns, Stadtplanung so zu gestalten, dass Mensch und Natur
gleichermaßen profitieren. Wir wollen grüne Lebensräume erhalten und schaffen – mit mehr
Bäumen, Parks und naturnahen Flächen. Die Stadt muss Klimaanpassung ernst nehmen: mit
Schwammstadtprinzipien, Regenwasserrückhaltung und ökologischer Energieversorgung. Dazu
gehören auch die Förderung von Nahwärmenetzen und die konsequente Unterstützung ökologischer
Bauformen. Gleichzeitig setzen wir uns gegen Flächenversiegelung und für die Erhaltung alter
Baumbestände ein. Nachhaltigkeit fängt im Kleinen an – bei der Gartengestaltung, bei der
Bauplanung, bei den Prioritäten der Stadtentwicklung. Löhne soll eine Stadt sein, die heute schon an morgen denkt.
Forderungen:
• Umsetzung der Ziele der Erd-Charta
• Einrichtung eines Umweltamts
• Unterstützung von privaten Regenwasserrückhaltesystemen
• Aufhebung des Anschlusszwangs, Regenwasserversickerung ermöglichen
(Schwamstadtprinzip)
• Förderung naturnaher Flächen und extensiver Beweidung
• Mehr Baumpflanzungen und Förderung geeigneter, möglichst heimischer Arten
• Verbot von Steingärten und Förderung naturnaher Gärten und Hilfe bei der Renaturierung
• Schutz ökologisch wertvoller Flächen und alter Baumbestände
• Ausbau dezentraler Nahwärmeversorgung
Die Mobilität in Löhne ist bisher stark vom Autoverkehr geprägt – mit allen negativen Folgen für
Umwelt, Klima und Lebensqualität. Der öffentliche Nahverkehr ist unzureichend ausgebaut,
Radwege enden abrupt, und sichere Wege für Fußgänger*innen fehlen vielerorts. Eine sozial-
ökologische Verkehrswende bedeutet: Mehr Platz für umweltfreundliche und barrierefreie
Mobilität, weniger Lärm, saubere Luft und sichere Wege für alle. Unser Ziel ist eine Stadt, in der
niemand auf das Auto angewiesen ist, sondern komfortabel, günstig und klimafreundlich mobil sein
kann – ob zur Schule, zur Arbeit oder ins Freibad. Dazu gehört auch ein ticketfreier ÖPNV als
langfristige Perspektive. Die Verkehrsplanung in Löhne muss sich an den Bedürfnissen der
Menschen und dem Klimaschutz ausrichten – nicht an der Durchleitung von LKWs oder dem
Ausbau von mehrspurigen Straßen.
Forderungen:
• Ticketfreier ÖPNV als Ziel
• Ausbau des ÖPNV und engere Taktung
• Ausbau und Förderung des Radschnellwegs quer durch Löhne
• Sichere, durchgängige Radwege in allen Stadtteilen
• Reduzierung des innerstädtischen LKW-Verkehrs
• Vorrang für Rad- und Fußverkehr bei Neuplanungen
• Keine vierspurige Erweiterung Innerorts
• Angepasste Ampelschaltungen für Verkehrsberuhigung und saubere Luft
• Abschaltung der Edeka-Ampel an der Lübbecker Straße an Wochenenden und Feiertagen
Bildung ist die Grundlage für Chancengleichheit und gesellschaftliche Teilhabe. Doch gerade hier
zeigen sich die Versäumnisse der letzten Jahre besonders deutlich: Sanierungsstau an Schulen,
fehlende Fachkräfte in Kitas, überfüllte Klassen und zu wenig individuelle Förderung. Für viele
Familien ist der Zugang zu guter Bildung von der eigenen sozialen Lage abhängig – das darf nicht
sein. In Löhne wollen wir eine Bildungspolitik, die kein Kind zurücklässt und gute Bedingungen für
Lernende wie Lehrende schafft. Dazu gehören moderne und barrierefreie Schulgebäude ebenso wie
kostenfreie und gesunde Schulverpflegung. Auch außerhalb des Unterrichts braucht es ein breites
Ganztagsangebot, das Kinder stärkt und Eltern entlastet. Schulsozialarbeit, kleinere Klassen und
echte Inklusion sind für uns keine Extras, sondern notwendige Bestandteile eines gerechten
Bildungssystems.
Forderungen:
• Sanierung der Bertolt-Brecht-Gesamtschule und aller Grundschulen mit Priorität
• Ausbau von Ganztagsangeboten mit qualifiziertem Personal
• Eine Schule für alle, für gerechte Bildungschancen als Ziel
• Gesunde, kostenlose Schulverpflegung
• Mehr Schulsozialarbeit und kleinere Klassen
• Flächendeckende Beitragsfreiheit für Kitas
• Mehr Mitbestimmung für Schüler*Innen
Digitalisierung bietet große Chancen – für Verwaltung, Bildung, Kommunikation und
gesellschaftliche Teilhabe. Doch bislang ist sie in Löhne oft unzureichend umgesetzt. Viele Prozesse
laufen noch analog, was Zeit kostet und unnötige Ressourcen bindet. Gleichzeitig besteht die
Gefahr, dass ältere Menschen oder Menschen ohne Zugang zu digitaler Infrastruktur ausgeschlossen
werden. Für uns gilt: Digitalisierung muss allen zugutekommen und darf niemanden zurücklassen.
Die Stadt muss ihre Dienstleistungen modernisieren, ohne den Zugang über Papierformulare und
persönliche Beratung abzuschaffen. Besonders wichtig ist uns: Digitalisierung darf nicht als
Vorwand für Stellenabbau dienen. Im Gegenteil – sie braucht zusätzliches Personal für Umsetzung,
Pflege und Service. Auch Schulen, Kultureinrichtungen und öffentliche Räume sollen von digitalen
Angeboten profitieren. Löhne braucht eine digitale Infrastruktur, die zuverlässig, flächendeckend
und sozial gerecht ist.
Forderungen:
• Digitalisierung der Verwaltung – analoge Angebote erhalten
• Digitalisierung bedeutet nicht Personalabbau!
• Schulung und Unterstützung für digitale Teilhabe
• Ausbau der Glasfaserinfrastruktur in allen Stadtteilen
Ohne eine gerechte und solidarische Finanzpolitik kann keine Stadt langfristig bestehen. In Löhne beobachten wir, wie soziale Angebote unter dem Vorwand der Haushaltskonsolidierung gefährdet werden.
Dabei sind es gerade diese Angebote, die den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken.
Die Schuldenbremse und fehlende Unterstützung von Bund und Land führen dazu, dass wichtige
Investitionen ausbleiben und die Daseinsvorsorge leidet. Wir sagen: Löhne braucht finanzielle
Spielräume, um in Bildung, soziale Sicherheit, Mobilität und Klimaschutz investieren zu können.
Statt auf Kürzungen zu setzen, müssen Einnahmen gestärkt werden – z. B. durch eine höhere
Besteuerung großer Unternehmen, eine Gemeindewirtschaftssteuer oder die Erhöhung des
kommunalen Anteils am Steueraufkommen. Wir wollen, dass öffentliche Aufträge nur an
Unternehmen vergeben werden, die Tariflöhne zahlen und soziale Standards einhalten. So geht
soziale und gerechte Haushaltsplanung vor Ort.
Forderungen:
• Druck auf Land und Bund für faire Kommunalfinanzierung
• Großunternehmen stärker besteuern – Gemeindewirtschaftssteuer
• Erhöhung des kommunalen Anteils am Steueraufkommen auf 28 %
• Abschaffung der Schuldenbremse für Zukunftsinvestitionen
• Öffentliche Aufträge nur an Unternehmen mit Tarifbindung
• Haushaltsdefizit nicht auf Kosten der Einwohner*innen abbauen
• Keine Kürzungen bei freiwilligen sozialen Leistungen
• Einheitliche Erhöhung der Automatensteuer im Kreis
• Volle Finanzierung übertragener Aufgaben durch Bund und Land
