Solidarität mit Kobane Rojava!
„Die Angriffe radikalislamistischer Milizen auf Dörfer und Städte in Nordostsyrien haben sich in den vergangenen Wochen dramatisch verschärft. Unter dem Beschuss bewaffneter Truppen der selbsternannten syrischen Übergangsregierung sind zehntausende Menschen auf der Flucht, Hunderte wurden verletzt oder getötet.
Nach dem Sturz des Machthabers Baschar al-Assad herrschen in weiten Teilen Syriens weiterhin Unsicherheit, Chaos und Gewalt. Das gilt besonders für den Norden des Landes, wo islamistische Milizen und syrische Regierungstruppen ihre blutigen Angriffe auf die Selbstverwaltung ausweiten. Ihr Ziel ist es, ein großes, zusammenhängendes und von Kurdinnen und Kurden bewohntes Gebiet zu beseitigen. Das aktuelle Vorgehen nährt die Befürchtung, dass die basisdemokratischen Selbstverwaltungsstrukturen in Nord- und Ostsyriens ausgeschaltet werden sollen.
Stattdessen müssen die Selbstverwaltungsstrukturen als Teil eines vielfältigen Syriens anerkannt werden. Sie sind eine der wenigen realen Perspektiven für ethnische und religiöse Vielfalt und Geschlechtergerechtigkeit in Syrien.
Besonders alarmierend ist, dass die syrische Armee mit Unterstützung türkisch-islamistischer Milizen versucht, IS-Kämpfer aus Gefängnissen zu befreien.
Wir fordern die Bundesregierung auf, alles in ihrer Macht stehende zu tun, damit die syrische Regierung den Krieg gegen die Kurdinnen und Kurden in Nord- und Ostsyrien einstellt. Darüber hinaus muss sie die Selbstverwaltung in Nordostsyrien unterstützen und humanitäre Hilfe leisten. In den Gesprächen über die Zukunft Syriens sollte nicht mehr nur über die Kurdinnen und Kurden geredet werden, sondern mit ihnen.
Die Kriminalisierung der kurdischen Befreiungsbewegung hierzulande muss beendet werden.
In Syrien darf die Hoffnung auf Frieden und Menschlichkeit nicht unter militärischer Gewalt begraben werden. c Angesichts der drohenden Machtübernahme durch islamistische Milizen braucht es jetzt internationale Aufmerksamkeit.
Der „Förderverein der Kreispartnerschaft Herford - Kobane/Nordsyrien“ ruft alle demokratischen Kräfte im Kreis Herford dazu auf, sich klar und öffentlich zu positionieren:
- den Menschen in Kobane, der Partnerstadt des Kreises Herfords, und allen Menschen in Nord- und Ostsyrien ihr Mitgefühl und ihre Solidarität zu erklären,
- für die Anerkennung derDemokratischen Selbstverwaltung von Nord- und Ostsyrien,
- für politische und diplomatische Unterstützung eines demokratischen, pluralistischen und inklusiven Syriens.
Schweigen oder Neutralität in dieser Situation bedeutet faktisch Zustimmung zur Zerstörung eines der wenigen fortschrittlichen und demokratischen Projekte im Mittleren Osten.“
Förderverein der Kreispartnerschaft Herford - Kobane/Nordsyrien e. V.“
(für den Vorstand: Irmgard Pehle, Friedel Böhse, Ulrich Adler)

