Die Linken im Kreistag melden sich zur NRW KibBiz-Reform:
„Die jüngste Reform des Kinderbildungsgesetzes (Kibiz) wird von der Landesregierung als Modernisierung verkauft. Doch sie ist aus unserer Sicht ein weiterer Schritt in die falsche Richtung – weg von sozialer Gerechtigkeit und hin zu einer Politik des Sparens auf dem Rücken der Beschäftigten und Familien,“ so Ingrid Wolff
Seit Jahren halten die Erzieher*innen in den Kitas das System am Leben. Sie stemmen den Alltag trotz Personalmangel, Überlastung und fehlender Wertschätzung. Anstatt ihnen endlich bessere Bedingungen zu schaffen, werden die Anforderungen immer höher, die Ressourcen immer knapper. Die Reform ist kein Dank, sondern eine Zumutung.
Bereits die Verordnung aus dem letzten Jahr kurz vor Weihnachten, nach der eine Fachkraft für 60 Kinder ausreichen soll, zeigt, wie egal der Landesregierung die Menschen und Kinder sind. Unter dem Deckmantel, Familien eine „verlässliche Betreuung“ zu garantieren, wird ein System zementiert, das auf Verschleiß fährt. Wer glaubt, dass eine einzige Fachkraft 60 Kinder angemessen betreuen kann, ignoriert nicht nur pädagogische Standards, sondern gefährdet die Qualität und das Wohl der Kinder.
Und dabei gibt es eine Realität, die die Politik ignoriert: Die Geburtenzahlen sind seit Jahren rückläufig. Weniger Kinder könnten eine Chance sein, die Qualität der Betreuung zu verbessern und die Arbeitsbedingungen zu entlasten. Stattdessen wird diese Entwicklung genutzt, um weiter zu sparen. Dabei könnten sinkende Geburtenraten genutzt werden für:
• Kleinere Gruppen: Weniger Kinder pro Gruppe bedeutet mehr individuelle Förderung und weniger Stress für Fachkräfte.
• Bessere Personalschlüssel: Die frei werdenenMittel könnten in zusätzliche Fachkräfte investiert werden, um Qualität zu sichern.
• Mehr Zeit für Bildung statt Betreuung: Weniger Druck auf die Kapazitäten würde ermöglichen, den Fokus auf pädagogische Arbeit zu legen.
• Attraktivere Arbeitsbedingungen: Mit weniger Überlastung könnten Berufe in der frühkindlichen Bildung wieder attraktiver werden.
• Innovative Konzepte: Weniger Druck auf die Infrastruktur eröffnet Raum für neue Bildungsansätze und Projekte.
Aus unserer Sicht der Linken im Kreistag ist klar: Das ist kein Fortschritt, sondern ein Rückschritt. Beschäftigte in den Kitas brauchen endlich verbindliche Personalschlüssel, faire Bezahlung und eine nachhaltige Finanzierung. Stattdessen erleben sie steigende Belastung, mehr Bürokratie und immer schlechtere Arbeitsbedingungen. „Wer Qualität will, muss in Menschen investieren – nicht in Sparprogramme“, lautet die klare Botschaft.
Wir fordern: Frühkindliche Bildung muss kostenfrei und gut ausgestattet sein. Bildung ist ein Grundrecht – und darf nicht dem Rotstift geopfert werden. Die Kibiz-Reform verfehlt ihr Ziel. Sie ist ein politisches Signal: Die Landesregierung stellt den Schein über das Sein und lässt diejenigen im Stich, die seit Jahren alles geben, damit das System nicht kollabiert.
Nikolai Kinder: „Als Mitglied im neuen JHA des Kreises werde ich mich dafür einsetzen, dass diese Missstände nicht einfach hingenommen werden. Frühkindliche Bildung ist ein Grundrecht – und darf nicht dem Rotstift geopfert werden. Wir brauchen eine Politik, die Familien und Fachkräfte stärkt, nicht schwächt. Im Kreis Herford setze ich mich dafür ein, dass Kitas endlich die Unterstützung bekommen, die sie verdienen: bessere Personalschlüssel, faire Arbeitsbedingungen und eine Ausstattung, die Qualität ermöglicht und.
Kinder sind die Zukunft, und sie haben ein Recht darauf, gehört zu werden. Ich setze mich dafür ein, dass ihre Bedürfnisse und Interessen nicht im politischen Alltag untergehen. Dafür stehe ich auch mit meinem Namen.“


