Das Aktionsbündnis Psychotherapie warnt: „Die Psychotherapie, wie wir sie kennen, wird abgeschafft!“
Die angekündigten Verschlechterungen in der psychotherapeutischen Versorgung sind gravierend für Psychotherapeut*innen und erst recht für Patient*innen, mahnt die gesundheitspolitische Sprecherin der Linken in NRW, Inge Höger: „Die Kurzzeittherapie wird durch den ersatzlosen Wegfall der bislang gezahlten Zuschläge zum 1. Januar 2027 abgewertet. Des weiteren sollen psychotherapeutische Leistungen sollen für erwachsene Patient*innen budgetiert werden. Das wird zu weniger Behandlungsplätzen und längeren Wartezeiten führen.“
Die Linke weist darauf hin, dass die Psychotherapie schon ohne weitere Kürzungen systematisch unterfinanziert sei. Psychische Erkrankungen gehörten inzwischen zu den häufigsten Ursachen für Arbeitsunfähigkeit und Frühberentung. Höger weiter: „Trotz steigender Fallzahlen gibt es viel zu wenig zugelassene Therapieplätze und es ist sehr schwer, einen Therapieplatz zu ergattern. Mit den Kürzungen wird sich die Versorgung weiter verschlechtern. Wer keinen Platz bekommt, zahlt die Behandlung aus eigener Tasche oder bleibt lange unbehandelt, weil die vorhandenen Kapazitäten von Privatpatient*innen beansprucht werden. Die neuen Vergütungsregeln werden die Situation verschlechtern. Dabei belegen Studien, dass rechtzeitige Therapien zu weniger Arbeitsausfällen führen und Folgekosten reduzieren.“
