Workshop: Argumentationstraining gegen rechtspopulistische Migrationsmythen
Veranstalter: Fachstelle NRWeltoffen im Kreis Herford
Rechtspopulisten ist es seit den Anschlägen in Solingen und Magdeburg gelungen, ihr rechtspopulistisches Migrationsnarrativ zu verbreiten und die demokratischen Parteien damit vor sich her zu treiben und ihre Forderung nach „Remigration“ zu popularisieren.
Im Argumentationstraining werden verschiedene oft verwendete rechtspopulistische oder rechtsextreme Mythen und Vorurteile analysiert und diskutiert.
Anhand wissenschaftlicher Fakten wird erörtert, was Migration tatsächlich gesellschaftspolitisch bedeutet und wie sie sich jenseits der Behauptungen von rechten Migrationskritiker:innen weltgesellschaftlich auswirkt. Dazu werden Ergebnisse von Studien über Migration des renommierten Soziologen und Bevölkerungswissenschaftlers Hein de Haas gelesen und diskutiert.
Angesichts der Diskussionen nach den Terroranschlägen und der hohen Zahl rassistischer Übergriffe scheint eine Tatsache klar zu sein: Rechtspopulismus und Rechtsextremismus lassen sich nicht bekämpfen, indem seine Positionen zu Positionen der politischen Mitte werden und beispielweise das Asylrecht komplett in Frage gestellt wird. Wo Staat und Politik keine Antworten liefern, ist die Zivilgesellschaft gefragt und gefordert.
Um Anmeldung unter diesem Link wird gebeten: www.gegenrechts.info/anmeldung.html.
30.01.25, 17:30 Uhr Atelier Marta HOCH2, 2. OG im Marta Herford, Goebenstr. 2-10, 32052 Herford
Vortrag: Kritische Theorie über Faschismus
Veranstalter: Rosa-Luxemburg-Club Bielefeld, Referent: Dirk Lehmann
In beinahe allen Gesellschaften Europas entstanden teils noch während des Ersten Weltkriegs, teils nach dessen Beendigung neuartige, bis dahin vollkommen unbekannte und daher auch noch weitgehend unbegrifene politische Bewegungen. Diese fielen vor allem durch ihre radikale Ablehnung der parlamentarischen Demokratie, der organisierten Arbeiter*innenbewegung und der sozialwissenschaftlich-politischen Theorie des historischen Materialismus auf. Das hinderte diese Bewegungen freilich nicht daran, sich zugleich antikapitalistisch zu gerieren.
Der Antikapitalismus der Programme stand jedoch in krassem Gegensatz zur politischen Praxis der Bewegungen, sobald sie einmal in Regierungsverantwortung waren. Es hat sich etabliert, diese Bewegungen und Regime als faschistische zu charakterisieren.
Angesichts ihrer dezidierten Feindschaft gegen Arbeiter*innenbewegung und historischen Materialismus ist es leicht begreiflich, dass erste Versuche, den Faschismus begrifflich zu durchdringen, um ihn bekämpfen zu können, in der Arbeiter*innenbewegung selbst entstanden. Dabei stechen, neben den Arbeiten Clara Zetkins und Leo Trotzkis, vor allem die des Kreises um Max Horkheimer, der sog. Frankfurter Schule, hervor. Sie erlauben es, ein breites Verständnis des Faschismus zu gewinnen.
Unter dem Titel Kritische Theorie über Faschismus wird es vor dem Hintergrund des Verständnisses des Faschismus als einer bürgerlichen Pseudorevolution angesichts der möglichen Neuordnung der Gesellschaft überhaupt, zum einen um das Verständnis der polit-ökonomischen Situation gehen, in der der Faschismus entstehen und sich etablieren kann. Das erhellt den dezidiert bürgerlichen Charakter dieser Pseudorevolution.
Zum anderen wird der inszenatorische Charakter der faschistischen Pseudorevolution thematisiert. Schließlich wird vor allem angesprochen, was den deutschen Faschismus insbesondere kennzeichnet – sein obsessiver Antisemitismus. In praktischer Absicht wird es somit mit den Arbeiten des Horkheimer-Kreises um ein umfassenderes Verständnis des Faschismus gehen.
04.02.25, 19 Uhr Bürgerwache am Siegfriedplatz, Rolandstr. 16, 33615 Bielefeld
|