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Wißmann und die deutschen Kolonien
Die ganze Geschichte
6.6. um 19 Uhr Vortrag in die Villa Kunterbunt, Kaiser-Wilhelm-Str. 2, Bünde
Die deutsche Kolonialgeschichte beginnt im Jahr 1880. Nicht der Staat, sondern private Unternehmer, wie der später als „Kolonialpionier“ bezeichnete Carl Peters, nehmen sich England zum Vorbild. Auf Peters geht Deutsch-Ostafrika (heute Tansania, Burundi und Ruanda), neben Deutsch-Südwest (Namibia), die größte deutsche Kolonie zurück. Ein Aufstand unter Führung der ehemaligen arabischen Kolonalmacht im Jahr 1888 gegen die Macht der Deutsch-Ostafrikanischen Gesellschaft, wird von Major Hermann von Wißmann im Auftrag der deutschen Reichsregierung niedergeschlagen. Dazu wird die Wißmann-Truppe aufgestellt, deren Mannschaftbestand aus afrikanischen Söldnern, Askaris genannt, besteht. Nach der Niederschlagung des Aufstands 1890 wird Wißmann in den erblichen Adelstand erhoben und 1895 zum Gouverneur von Deutsch-Ostafrika. 1896 kehrt er nach Deutschland zurück und kommt 1905 bei einem Jagdunfall ums Leben. In diesem Jahr beginnt der Maji-Maji-Aufstand der afrikanischen Stämme gegen die deutsche Kolonialherrschaft, der bis 1907 vermutlich 300.000 Menschen das Leben kostet. Im Jahr 1908 errichtet das Bürgertum in Bad Lauterberg Hermann von Wißmann ein Denkmal. Ferner wurden eine wichtige Straße und das Wohnhaus seiner Mutter nach ihm benannt. Seit den 1960er-Jahren war das Denkmal Treffpunkt des „Traditionsverbandes ehemaliger Schutz- und Überseetruppen e. V.“. Die jährliche Jahreshauptversammlung mit Kranzniederlegung am Wißmann-Denkmal bildete den Höhepunkt dieser Tradition. Ab 1979 begannen erste Aktionen durch den Antifaschistischen Arbeitskreis Bad Lauterberg. Darunter eine Demonstration im Oktober 1982. Außerdem legte das „Kommando Springteufel“ 1985 eine Bombenattrappe am Denkmal ab und durchkreuzte damit empfindlich die Kranzniederlegung des Traditionsverbandes. Bis heute ist das Denkmal in Bad Lauterberg eines der letzten Zeugnisse der Kolonialverehrung in Deutschland.
Der Blaue Salon und andere Torheiten.
Eine jüdische Kindheit im ländlichen Deutschland der 1930er Jahre” gelesen von Ute Sattler
Montag, 17. Juni, 19:00 Uhr Synagoge Herford, Komturstr. 21, 32052 Herford Eintritt frei, um Spenden wird gebeten!
Aus der Sicht eines damals elfjährigen jüdischen Jungen werden die Lebensumstände in der ersten Phase des Nationalsozialismus detailliert geschildert. Die Geschichte von Vernon Katz ist eine fesselnde und zutiefst berührende Lektüre, die über ihren lokalhistorischen Bezug hinaus strukturell und gesellschaftlich weitsichtig ist. „Der Blaue Salon und andere Torheiten“ ist ein lebendiges, authentisches Dokument jüdischen Kleinstadtlebens in Deutschland vor dem Zweiten Weltkrieg und des verzweifelten Überlebenskampfes einer jüdischen Familie. Mit seiner scharfen Beobachtungsgabe nimmt der heranwachsende Junge nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten die allmählichen Veränderungen im Alltag der Familie, in der Nachbarschaft und in der Schule deutlich wahr, deutlicher als seine Eltern, wie der Autor rückblickend bemerkt.
Veranstalter*in: Kuratorium Erinnern Forschen Gedenken
Aktionswochen gegen Rechtsextremismus
diesem Jahr beteiligen sich im Rahmen der kreisweiten Aktionswochen gegen Rassismus und Rechtsextremismus wieder eine Vielzahl von Akteur*innen aus Haupt- und Ehrenamt mit den unterschiedlichsten Veranstaltungsformaten für verschiedene Zielgruppen.
Vom 21.5. bis zum 3.7.2024 bietet das umfangreiche Programm viele Gelegenheiten zur Wissensvertiefung, zum aktiven Lernen und Anwenden, zum Zuhören sowie für Begegnung und Austausch. Da Rassismus und Rechtsextremismus leider so tief in den Strukturen und Individuen der Gesellschaft verankert ist und viele Bereiche umfasst, reicht die Bandbreite an Themen von (Post)Kolonialismus, Faschismus, Gedenk- und Erinnerungsarbeit über Antimuslimischem und Antikurdischem Rassismus zu Migration, Demokratie- und Vielfaltsbildung.
Zum gesamten Programm der Aktionswochen gehts hier
Veranstalter*in: Fachstelle NRWeltoffen im Kreis Herford
Vereint und rebellisch - Feministischer Lesekreis
Bürgerwache am Siegfriedsplatz, Bielefeld Jeden 4. Dienstag im Monat, 19Uhr
Im Lesekreis wollen wir darum ringen, etwas als widerständig zu begreifen. Wir wollen auf marxistischen, feministischen undinternationalistischen Wegen zu neuen Erkenntnissen gelangen, voneinander lernen.
Veranstalter*in: Rosa - Luxemburg - Club Bielefeld
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