Vortrag: 80 Jahre nach der Befreiung
Veranstalter: Blumen für Stukenbrock, Referent: prof. Dr. Dr. Dimitrij Dawidow
Der Obelik als Mahnung
Es war der 2. April 1945, als Einheiten der 2.US-Panzerdivision das deutsche Lager für sowjetische Kriegsgefangene STALAG 326 VI/K erreichten und dort die noch verbliebenen rund 10.000 Gefangenen befreiten. Im Lager hatte sich unter komplizierten Bedingungen eine Gruppe von Gefangenen, vorwiegend aus Offizieren, eine Widerstandsgruppe gebildet, die sofort nach der Befreiung die Leitung des Lagers übernahm.
Zunächst galt es, in kurzer Zeit ein Denkmal zur Mahnung an die hier zu Tode gequälten 65.000 Soldaten und Offiziere zu errichten. Der Obelisk wurde im April 1945 von mehrereren Arbeitsbrigaden der befreiten Gefangenen mit teils primitiven Werkzeugen gebaut und konnte am 2. Mai feierlich eingeweiht werden. An der Einweihungsfeier nahmen nach Aussagen von Zeitzeugen über 10.000 Menschen, vor allem die Überlebenden des Lagers und US-Soldaten teil.
Der mehrfach umgestaltete Obelisk auf dem Sowjetischen Soldatenfriedhof ist heute ein Denkmal von besonderer historischer Bedeutung, das zum einen an den Tod und an die Verbrechen an den 65.000 sowjetischen Kriegsgefangenen erinnert. Er ist Ausdruck der Zuversicht seiner Erbauer auf einen Sieg über den Faschismus und gleichzeitig eine Mahnung an die Überlebenden, alles für den Frieden zu tun. Der Obelisk ist aber gleichzeitig ein steinernes Dokument für die 80- jährige Geschichte der Bundesrepublik, in der seine Existenz oft infrage gestellt wurde und in der schließlich seine ursprüngliche Form und Aussage der herrschenden Politik untergeordnet wurde.
02.05.25, 18 Uhr Stadtarchiv Bielefeld, Raum SO 2, Kavallerie Str. 17, 33602 Bielefeld
Netzwerktreffen von NRWeltoffen mit Vortrag zum Thema Antifeminismus
Veranstalterin: Fachstelle NRWeltoffen in Herford, Referentin: Johanna Gesthuysen
Gleichberechtigung der Geschlechter gehört zu einer demokratischen Gesellschaft dazu und sollte unverhandelbar sein. Rechtsextreme und rechtspopulistische Strömungen sehen hierin jedoch eine Gefahr für eine Ordnung, die Männer privilegiert und Frauen unterordnet. Ihre Ablehnung richtet sich gegen die Gleichstellung der Frauen genauso wie gegen geschlechtliche und sexuelle Vielfalt. Antifeminismus ist eine Ideologie und eine politische Strategie, die sich pauschal, aktiv und meist auch organisiert gegen feministische Anliegen und Positionen richtet. Der Vortrag von Johanna Gesthuysen bietet einen Einstieg ins Thema sowie in aktuelle antifeministische Strategien und in das breite Akteurs-Spektrum. Neben dem Vortrag, Diskussion und Bedarfen zum Thema Antifeminismus wird es auch noch Zeit geben für weitere Anliegen bzgl. Rassismus und Rechtsextremismus im Kreis Herford. Zur besseren Planung wird um Anmeldung an anmeldung@gegenrechts.info gebeten.
07.05.25, 18 Uhr ver.di Herford, Kreishausstr. 6, 32052 Herford
Filmvorführung & Diskussion: «VerkehrsWendestadt Wolfsburg»
Veranstalter: Linkes Forum Paderborn & Rosa-Luxemburg-Stiftung NRW, Referent: Tobias Rosswog
Der Film «VerkehrsWendestadt Wolfsburg» dokumentiert die zweijährige Kampagne «VW steht nicht mehr für Volkswagen, sondern für VerkehrsWende», die von 2022 bis 2024 lief. Das Ziel der beteiligten Aktivist*innen: den automobilen Konsens (nicht nur in Wolfsburg) mittels kreativer und bunter Aktionen aufbrechen und Wege der Zusammenarbeit mit kämpferischen Arbeiter*innen suchen.
Je eine Hausdurchsuchung zu Beginn und am Ende der Kampagne, zahlreiche Prozesse und ein Kooperationsverbot aller städtischen Einrichtungen durch den Wolfsburger CDU-Oberbürgermeister erhärten den Eindruck: Hier wurde ein Nerv getroffen. Die provokante Ansage zu Beginn der Kampagne «In zwei Jahren wird hier die erste Straßenbahn vom Band laufen» mag – vor dem Hintergrund der gegenwärtigen VW-Krise – einigen VW-Kolleg*innen heute vielleicht nicht mehr so abwegig erscheinen wie vor zwei Jahren.
Der Film dokumentiert einige Aktionen und zeigt viele Interviewpassagen. Er will dazu beitragen, die soziale und ökologische Frage zusammen zu denken und hinterfragt auch die Annahme, alleine mit E-Mobilität das Klimaproblem lösen zu können.
Nach dem Film wird es einen offenen Dialog mit Tobias Rosswog vom Kollektiv VerkehrsWendestadt Wolfsburg geben.
Die Verkehrswende ist ein zentraler Bestandteil der Klimapolitik und erfordert tiefgreifende Veränderungen in der Mobilität und natürlich auch in der Automobilbranche. Wir wollen mit Tobias Rosswog verschiedene Perspektiven nachhaltiger Mobilität beleuchten und über Ideen zur Umsetzung der Verkehrswende und zur Konversion der Mobilität hin zu einem stärker ausgebauten, attraktiveren öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) diskutieren.
13.05.25, 19:30 Uhr Kulturwerkstatt Paderborn, Kinosaal, Heinz-Nixdorf-Ring 1F, 33104 Paderborn
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