Frigga Haug: Frauen fragen, alles ändern
Filmvorführung & Diskussion, Veranstalter: Rosa-Luxemburg-Club Bielefeld
Der Dokumentarfilm von Sigrun Matthiesen beleuchtet das politische Leben und Wirken der »Grand Dame« des Marxismus-Feminismus. Ihre seit den frühen 1960er Jahren entwickelten Fragestellungen, Analysen und Interventionen im Spannungsfeld von linker feministischer Theorie und Praxis sind bis heute relevant. Es geht um Kapitalismus und Hausarbeit, §218 und Beziehungsfragen, Zeitmangel, Gruppendynamik, Machtspiele und weitere Dauerbrenner.
Der Film kombiniert aktuelles Filmmaterial – gedreht 2021 und 2023 auf La Palma und in Esslingen – mit Archivaufnahmen aus verschiedenen Jahrzehnten. Wir erleben die 84jährige Soziologin, Sozialpsychologin und Philosophin in mobiler Zerbrechlichkeit, mit wachen und humorvollen Einsichten auf ihr immer auch politisches Forscherinnenleben zurückblickend. Frigga Haugs zentrale Erkenntnisse und Methoden – Geschlechterverhältnisse als Produktionsverhältnisse, die Vier-in-Einem-Perspektive und die kollektive Erinnerungsarbeit – werden in Leichtigkeit vermittelt. Sie erzählt Theorie in Geschichten, immer noch begeistert und begeisternd, aber auch mit der Distanz milder und bisweilen lächelnder Altersweisheit. So ergibt sich ein überaus spannendes und zugleich berührendes Porträt das lernbegierige Linke aller Geschlechter und Generation zur Diskussion über einen zeitgemäßen feministischen Marxismus einlädt.
Dienstag, 28.07.26, 19 Uhr Bürgerwache am Siegfriedplatz, Rolandstraße 16, 33615 Bielefeld
Vortrag zum Holocaust-Gedenktag der Sinti & Roma
Referent: Dr. Sebastian Lotto-Kusche, Veranstalterin: Gedenkstätte Zellentrakt Herford
In seinem Vortrag untersucht Dr. Lotto-Kusche die langwierigen gesellschaftlichen, politischen und wissenschaftlichen Auseinandersetzungen um die Anerkennung der nationalsozialistischen Verfolgung von Sinti und Roma als rassistisch motiviertes Völkermordverbrechen. Dabei richtet er den Blick sowohl auf die Akzeptanz der Verbände der Sinti und Roma als legitime Gesprächspartner der Bundesregierung als auch auf die Bewertung der Verfolgung in Politik und Wissenschaft.
Auf Grundlage umfangreicher Quellenbestände von Bundesbehörden sowie politischer und zivilgesellschaftlicher Akteure zeichnet der Referent die Geschichte dieses schwierigen Anerkennungsprozesses nach. Der Vortrag verdeutlicht, wie lange rassistische Deutungsmuster nach 1945 fortwirkten und welche Bedeutung die Bürgerrechtsbewegung der Sinti und Roma für die spätere Anerkennung ihrer Verfolgungsgeschichte hatte.
Dr. Sebastian Lotto-Kusche ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Europa-Universität Flensburg und forscht unter anderem zur Geschichte der Sinti und Roma, zur Entwicklung der extremen Rechten sowie zur Bildungs- und Minderheitengeschichte. Seine 2022 abgeschlossene Dissertation widmete er der Anerkennung des NS-Völkermords an den Sinti und Roma in der Bundesrepublik.
Montag, 03.08.26, 19 Uhr Seminarraum der Gedenkstätte Zellentrakt, Rathausplatz 1, 32052 Herford Um Anmeldung wird gebeten: info@zellentrakt.de
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