Wann verschwindet endlich das Rattenloch an der Rennstraße?

Das ehemalige, verfallende Ilsemanngebäude ist inzwischen ein Paradies für Ratten. Fliesen an der Fassade fallen auf den Bürgersteig und gefährden Fußgänger. 

Aus Sicht der Linken ein Zustand, der nicht mehr hinnehmbar ist. Das Gebäude ist eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung.

Anfang des Jahres hatte die Verwaltung angekündigt, alle rechtlichen Instrumente zu nutzen, um den Zustand zu beenden. Passiert ist seitdem nichts.

Die Verwaltung muss jetzt handeln. Rechtlich hat sie die Möglichkeit, das Gebäude auf Kosten des Eigentümers abreißen zu lassen. 2018 hat der Eigentümer Herr Manuel Ersay (eigentlich ist der Eigentümer die Arealplanung GmbH mit dem Geschäftsführer Aziz Ersay) das Gebäude erworben und den baldigen Abriss versprochen.

Dieses Versprechen hat er im Laufe der Jahre immer wieder gegeben, ohne dass irgendwas passiert ist. Ähnlich handelt er auch mit anderen Immobilien. Im selben Jahr hatte er das ehemalige Nobelhotel Königshof in Bad Oeynhausen gekauft. Auch das Gebäude verfällt und wurde inzwischen mit Bauzäunen und Planen abgesichert, weil Bauteile auf die Straße gefallen sind und Fußgänger*innen gefährdeten.

Zusagen, das Gebäude zu sanieren hat er nicht gehalten. Der Landrat des Kreises Minden-Lübbecke Ali Dogan erwägt inzwischen die Enteignung.  

2022 war Herr Ersay, wie er sagte, auf „Einkaufstour“ in Herford und hat zwei Gebäude in der Bäckerstraße gekauft, um in den oberen Stockwerken Wohnungen zu bauen. „Ich weiß nicht, was Herr Ersay noch (nicht) machen muss, bis die Verwaltung merkt, dass er gar nicht die Absicht hat das Gebäude abreißen zu lassen“, sagt Harald Korten, Sprecher des Stadtverbands der Linken.                                                                                                   

Zur Lösung im Umgang mit Problemimmobilien hatte der Bürgermeister vor kurzem vorgeschlagen, nach der Wahl 50 Millionen Euro zu investieren, auch zum Kauf solcher Immobilien.

Dazu meint Inez Deja, Fraktionsführerin der Linken im Rat

„Das ist das falsche Signal. Die Eigentümer der Problemimmobilien reiben sich schon Hände, wenn sie ihren Schrott zu überhöhten Preisen an die Stadt verkaufen können.  Vor kurzem hat der Bürgermeister in Bezug auf das Ilsemann in der Presse vom Schutz des Eigentums gesprochen. Es gilt aber auch der Satz Eigentum verpflichtet“.

Die Linke fordert daher, den Versprechungen Ersays keinen Glauben mehr zu schenken und das Haus unverzüglich auf seine Kosten abreißen zu lassen.