Der Flaggentag der Mayors for Peace

Am 08. Juli 1996 erklärte der Internationale 

Gerichtshof in Den Haag, dass es eine völkerrechtliche Verpflichtung zur nuklearen Abrüstung gibt.

„Achtzig Jahre nach dem Inferno von Hiroshima und Nagasaki ist das Risiko eines Atomkrieges so 

hoch wie nie“ warnte Wolf Müller, ehemaliger Chefarzt am Klinikum HF, seitens der IPPNW 

(Internationale Ärzt*innen für die Verhütung des Atomkrieges – Ärzte in sozialer Verantwortung). 

Und weiter: “Mehrere Atommächte sind in aktive Kriege verwickelt und alle Atommächte rüsten 

derzeit nuklear auf. Auch Deutschland als Nichtatommacht beteiligt sich im Rahmen der „nuklearen

Teilhabe“ an dieser Aufrüstung durch die Stationierung modernisierter US-Atomwaffen in Büchel. 

Unter anderem steckt sie Milliarden in den Umbau des Luftwaffenstützpunktes und in neue F35-

Kampfbomber als Trägersystem. Die Klimakrise, die Entwicklung der künstlichen Intelligenz und 

die für 2026 geplante Stationierung von Mittelstreckenwaffen in Deutschland erhöhen das 

Atomkriegsrisiko weiter.“ 

Seit der Wahl von Donald Trump werden in Deutschland wieder Forderungen nach eigenen oder 

europäischen Atombomben laut, kritisierte Alexander Kalteis, Unterstützer der DFG -VK (Deutsche

Friedensgesellschaft – Vereinigte Kriegsdienstgegner). „Doch das wäre weder mit dem 

NichtVerbreitungsvertrag (NVV) noch mit dem Zwei-plus-Vier-Vertrag zur Deutschen Einheit 

vereinbar. Beide Verträge verpflichten Deutschland dazu, auf eigene Atomwaffen und auf die 

Übernahme von Kontrolle über Atomwaffen zu verzichten. Die Mehrheit der Staaten der Welt hält 

bereits die Stationierung US-amerikanischer Atomwaffen in Rheinland-Pfalz im Rahmen der 

nuklearen Teilhabe für völkerrechtswidrig.“

Siegbert Ruppel von den Senior*innen der Gewerkschaft verdi wies darauf hin, das nach der 

geltenden US-Atomwaffen-Doktrin, der „Nuclear Posture Review“ von 2018, die in Europa 

stationierten Atomwaffen nicht mehr ausschließlich der Abschreckung dienen sollen, sondern für 

den Einsatz in konventionellen Kriegen geeignet seien. „Die Stationierung von Atomwaffen macht 

uns in Deutschland nicht sicherer, sondern erhöht die Gefahr eines Angriffs mit der Folge eines 

Atomkriegs in Europa. Ich bin froh, dass auch meine Gewerkschaft sich für den Beitritt 

Deutschlands zum Atomwaffenverbotsvertrag der UN ausgesprochen hat, den bereits 96 Staaten 

unterzeichnet haben, die damit dem Friedenswillen der übergroßen Mehrheit der Menschheit 

nachkommen.“

 Abschließend stellen die drei vorgenannten Vertreter fest:

„Das Festhalten der Bundesregierung am Prinzip der „nuklearen Abschreckung“ ist eine Gefahr für 

die Sicherheit der Menschen in Deutschland, Europa und weltweit. Damit „nukleare Abschreckung“

überhaupt funktionieren kann, muss dem Gegner signalisiert werden, dass man zum Einsatz von 

Atomwaffen und damit zum Massenmord an der gegnerischen Bevölkerung bereit wäre. Diese 

völkerrechtswidrige Haltung kann niemals Grundlage für eine gemeinsame Friedens- und 

Sicherheitsordnung sein."

 

Pressefoto:Laura Burchert 

Auf dem Foto von links nach rechts

( Wolf Müller, Siegbert Ruppel, Mareike Langhans, Alexander Kalteis, Tobias Domnick)