Diese Website verwendet Cookies. Warum wir Cookies einsetzen und wie Sie diese deaktivieren können, erfahren Sie unter Datenschutz.
Zum Hauptinhalt springen

Schwangerschaftsabbrüche nach 150 Jahren endlich entkriminalisieren !


Pro Familia-Beratungsstellen führen als anerkannte
Schwangerschaftskonfliktberatungsstellen Beratungen zur Durchführung von
straffreien Schwangerschaftsabbrüchen nach §§ 218 ff StGB durch.

Inge Höger musste feststellen: „Es ist wie in vielen Bereichen unserer
Gesellschaft. Auf der Oberfläche scheint alles zu funktionieren. Sieht
frau jedoch näher hin, öffnen sich Abgründe. Schwangerschaftsabbruch ist
juristisch immer noch eine Straftat gleich nach Mord und Totschlag, die
Beratung immer noch eine Zwangsberatung. Einen legalen Abbruch muss Frau
selbst zahlen, außer bei medizinischer Indikation oder Vergewaltigung,
SGBXII oder II-Bezug.“ Pro Familia weist auf das Problem fehlender
Arztpraxen und Kliniken hin, die einen Schwangerschaftsabbruch
vornehmen. Deren Zahl hat sich in den letzten Jahren stark verringert.
Laut amtierender NRW-Landesregierung ist frau ein Weg von bis zu 150 km
zuzumuten. Im ganzen Kreis Herford gibt es nur noch einen einzigen Arzt,
der Schwangerschaftsabbrüche vornimmt.

Pro Familia entwickelt deshalb eine Umfrage, um den Ursachen dieses
Mangels auf den Grund zu kommen. Sind es moralisch veränderte
Einstellungen unter Ärzt:innen oder strukturelle Hindernisse, die eine
adäquate medizinische Versorgung in diesem Bereich kontinuierlich
verschlechtern?
Für die eigene Arbeit lässt sich das schlüssig beantworten: alle fünf
Jahre müssen die Mittel für Pro Familia neu beantragt und begründet
werden. Beratende Institutionen werden einem
Nützlichkeitsnachweiswettbewerb ausgesetzt, müssen sich in einem Ranking
positionieren. Einzelgespräche werden höher bewertet als Aufklärung und
damit Präventionsarbeit in Schulen und Familienzentren. Unverzichtbare
Arbeitsplätze werden so auf Dauer prekarisiert.

„Diese unwürdige Situation kann sofort beendet werden, wenn die §§ 218
und 219 StGB nach 150 Jahren endlich gestrichen werden“, findet Inge
Höger. Im Landtagswahlprogramm der LINKEN wird das Recht auf einen
Schwangerschaftsabbruch gefordert und flächendeckende Versorgung mit
Ärzt:innen die Abbrüche durchführen. Wer bei der Landtagswahl am 15. Mai
in den Wahlkreisen 90 und 91 die beiden Direktkandidaten, Alexander
Sturm oder Seyhmus Günay, wählt, wählt die Sache der Frauen.

Auf dem Foto: Inge Höger bei Pro Familia in Bünde.
--
Mit freundlichen Grüßen
Inge Höger
Sprecherin DIE LINKE. Kreis Herford