Sprecherin:
Stephie Karger
Sprecher:
Ulrich Adler
stadtverband-loehne@dielinke-herford.de/font>

Löhne, Werretalhalle, EG1
Beginn jeweils ab 20 Uhr:
12.7.2010
Parteimitglieder und interessierte Bürger sind willkommen !
Die Niederschrift der letzten öffentlichen Ratssitzung vom 14. Dezember liegt vor und kann eingesehen werden. Unter Tagesordnungspunkt 2 findet sich der der Antrag der Linken wieder, „den Brandanschlag auf ein Asylbewerberheim in 2006 auf rechtsextreme Zusammenhänge hin zu untersuchen.“
In der Niederschrift wurde zwar festgehalten, dass eine von der SPD und der Linken eingebrachte gemeinsame „Erklärung des Rates der Stadt Löhne gegen den Rechtsextremismus“ beschlossen wurde, aber die Diskussion um den ursprünglichen Antrag findet sich in dem Beschlussprotokoll auch nicht ansatzweise wieder. Die außerordentlich kontroverse Sichtweise auf den Brandanschlag vor 5,5 Jahren ist es wert, in Erinnerung zu behalten zu werden. Der Fraktionsvorsitzende der Linken zitierte während der Ratssitzung aus einer „Informationsschrift“ der Löhner Bürger Allianz (LBA), die kurz vor dem Brandanschlag an alle Löhner Haushalte verteilt wurde. Dort hieß es:
„Die pastorale und propagandistische Betreuung der Drogendealer und ihrer Mitbewohner (des Asylbewerberheimes) wird hingegen einfühlsam und kompetent vom Diakonischen Werk der Evangelischen Kirche, Kirchenkreis Herford, wahrgenommen. Der haupt- und nebenamtliche Einsatz von Bhazad Hamadeh und Pfarrer Peter-Michael Voss ist hier besonders rühmend hervorzuheben (da weiß ich doch, wofür ich meine Kirchensteuer zahle)…..“
Ein paar Tage nach Verteilen der Schriften, in denen diese Hetze zu lesen war, wurde ein Brandanschlag auf das Asylbewerberheim verübt, der Leib und Leben der dortigen Bewohner/innen bedrohte. Der/die Täter wurden nie gefunden. Deswegen wurden in der letzten Ratssitzung im Tagesordnungspunkt um das Geschehen vor 5,5 Jahren vom Fraktionsvorsitzen der Linken folgende Fragen an die LBA zugespitzt formuliert: „Kamen die Täter des Brandanschlages aus der LBA oder deren Sympathisanten oder war der Brandanschlag ein kriminelles Delikt, welches im Windschatten der geschürten Asylbewerberfeindlichkeit verübt wurde.“
Die ersten beiden Fragen hätten von der LBA leicht mit „“ja oder „nein“ beantwortet werden können. Das ist bisher nicht geschehen. Die Beantwortung der dritten Frage hätte allerdings bei den Rechtspopulisten der LBA ein Nachdenken auslösen müssen, ein Nachdenken darüber, was üble Hetze so alles bewirken und auslösen kann. Die Brisanz dieser Frage wurde durch die rechtsextremen Terroranschläge deutlich. In Norwegen fühlte sich Anders Breivik, ein gestörter Mensch mit rechtsextremistischer Gesinnung, in seinem Fremdenhass und dem Hass auf den Islam dazu getrieben, 76 Mitglieder einer Jugendorganisation umzubringen, weil sie sich für eine bunte, vielfältige Gesellschaft einsetzten. Die Lehre aus diesem Geschehen sollte auch bei uns sein: Menschenverachtende Ausländerfeindlichkeit und geschürter „Kulturkampf“ müssen zukünftig unterbleiben und geächtet werden. Unsere Zivilisation steht vor einem Scheideweg: Hin zum Kampf der Kulturen und der Barbarei, in der nur das Recht des Stärkeren gilt, oder hin zu einer Welt, in der die Würde aller Menschen geachtet wird. Eine Welt der Gerechtigkeit und Solidarität ist möglich und ihre Werte können auch schon jetzt gelebt werden. Solidarität und Gerechtigkeit müssen die entscheidenden Grundwerte unseres Gemeinwesens werden. Den Kalten Kriegern des Kampfes der Kulturen sei die Frage gestellt, ob sie sich über die Folgen ihrer Hetze im Klaren sind?
Immer häufiger werden auch in unserer Region Städte als Veranstaltungsorte für rechtsextreme Aufzüge und Kundgebungen genutzt. Rechtsextreme Aktivitäten nehmen immer weiter zu. Das dürfen wir nicht zulassen.
Die inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Thema Rechtsextremismus und natürlich auch den Rechtsextremen selbst ist eine Aufgabe, die weder allein den politischen Entscheidungsträgern, noch den Kirchen oder den Behörden obliegt. Wir alle müssen uns dieser Aufgabe stellen! Weil wir als gewählte Volksvertreter uns vollumfänglich zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung der Bundesrepublik Deutschland bekennen, können und werden wir es nicht hinnehmen, wenn braune Wölfe im Schafspelz, in populistischer und menschenverachtender Weise ihre Ideologien verbreiten, die auf Fremdenfeindlichkeit, Intoleranz und einer Ablehnung eben dieser Demokratie basieren!
Als Rat der Stadt Löhne haben wir die besondere Pflicht, klare politische Signale an die Einwohnerschaft, das Umland und insbesondere auch an Rechtsextreme zu setzen, dass braunes Gedankengut in unserer Region unerwünscht ist. Deshalb wollen wir –gemeinsam mit allen Unterstützern – Strukturen und auch Aktivitäten schaffen, die geeignet sind, Toleranz, Menschlichkeit, Vielfalt und Demokratie zu stärken.
Damit kann es gelingen, gewaltbereite Fremdenfeindlichkeit, Extremismus und Rassismus oder Formen religiöser Diskriminierung zu entlarven und zu bekämpfen.
Wir wenden uns offen gegen die weitere Ausbreitung rechtsextremer Ideologien und Verhaltensmustern und fordern alle demokratischen gesellschaftlichen Kräfte auf, sich an einer konzertierten Aktion für Menschlichkeit, Demokratie und Toleranz zu beteiligen. Rechtsextreme Aktivitäten schaden nicht nur dem Ansehen unserer Stadt, sondern verbreiten auch Angst Unsicherheit und verletzen daneben insbesondere die Gefühle von solchen Mitmenschen, die schon einmal Opfer von Gewalt, Terror und Diskriminierung waren. Die Diffamierung von schutzlosen Minderheiten wie Wohnungslose oder Asylbewerber, das gezielte Schüren von antimuslimischen, rassistischen Ressentiments durch das Gedankengut der Neonazis muss geächtet werden.
Wir rufen die Bevölkerung auf, durch die Beteiligung an den Gegenaktionen, durch friedliche Proteste oder auch nur durch bloße Präsenz bei den Veranstaltungen der lokalen Aktionsbündnisse ein deutlich vernehmbares „Nein“ zu Rechtsextremismus, Diskriminierung und Intoleranz zu erklären.
Gegen Rechtextremismus - für Menschlichkeit, Demokratie und Toleranz!
(Diese Erklärung, von SPD und Linke gemeinsam eingebracht, wurde von allen Fraktionen des Stadtrates in Löhne so angenommen. Die Rechtspopulisten der LBA kamen mit einem Erweiterungsantrag nicht durch, der sich in diesem Zusammenhang auch gegen angeblichen Linksextremismus richtete.)
Seit Jahren erschienen von der Löhner Bürger Allianz (LBA) massenhaft verteilte Schriften, in denen gegen andere Kulturen, insbesondere gegen den Islam, gegen Menschen, die um Asyl begehren und gegen Linke, die für eine weltoffene und vielfältige Gesellschaft eintreten, Stimmung gemacht wurde. Im August 2006 verteilte die LBA an jeden Löhner Haushalt eine Schrift, in der in übler Art und Weise gegen Asylbewerber, den Islam und gegen Andersdenkende aufgewiegelt wurde. Pauschal wurden z.B. alle Bewohner des Löhner Asylbewerberheims an der Bünder Straße als Drogendealer bezichtigt und die Menschen, die Asylsuchenden Unterstützung gewähren wollten, verhöhnt. Die Diffamierung las sich wie folgt:
„Die pastorale und propagandistische Betreuung der Drogendealer und ihrer Mitbewohner wird hingegen einfühlsam und kompetent vom Diakonischen Werk der Evangelischen Kirche, Kirchenkreis Herford, wahrgenommen. Der haupt- und nebenamtliche Einsatz von Bhazad Hamadeh und Pfarrer Peter-Michael Voss ist hier besonders rühmend hervorzuheben (da weiß ich doch, wofür ich meine Kirchensteuer zahle)…..die schuldbeladenen Deutschen haben immerhin pflichtvergessen versäumt, den materiellen Lebensstandart in Afrika, Asien und Übersee so anzuheben, dass Wirtschaftsfluchten überflüssig wären.“
Ein paar Tage nach Verteilen der Schriften, in denen diese Hetze zu lesen war, wurde ein Brandanschlag auf das Asylbewerberheim verübt. Der/die Täter wurden nie gefunden. Damals wie heute stellt sich die berechtigte Frage, ob die Täter aus dem Umfeld der LBA kam/en oder ob es ein kriminelles Delikt war, welches im Windschatten der geschürten Asylbewerberfeindlichkeit verübt wurde. Die Brisanz dieser Fragen wurde durch die rechtsextremen Terroranschläge des letzten halben Jahres deutlich. In Norwegen fühlte sich ein gestörter Mensch in seinem Fremdenhass und dem Hass auf den Islam dazu getrieben, massenhaft Mitglieder einer Jugendorganisation zu exekutieren, weil sie sich für eine bunte, vielfältige Gesellschaft einsetzten. In Deutschland wurde vor ein paar Wochen aufgedeckt, dass Rechtsextreme jahrelang gezielt Migranten ermordeten und dieses schon seit einem Jahr in ihren öffentlich zugänglichen Medien als „Dönermorde „ feierten und weitere Morde forderten. – Da stellen sich wiederum viele Fragen: Warum wurde all die Zeit von den Behörden nichts bemerkt? Warum wurde die menschenverachtende Auslanderfeindlichkeit und der geschürte „Kulturkampf“ nicht schon seit langem entschieden geächtet? Unsere Zivilisation steht vor einem Scheideweg: Hin zum Kampf der Kulturen und der Barbarei, in der nur das Recht des Stärkeren gilt, oder hin zu einer Welt, in der die Würde aller Menschen geachtet wird. Eine Welt der Gerechtigkeit und Solidarität ist möglich und ihre Werte können auch schon jetzt gelebt werden. Damit die Menschheit überleben kann müssen Solidarität und Gerechtigkeit die entscheidenden Grundwerte unserer Zivilisation werden,. Den Kalten Kriegern des Kampfes der Kulturen sei die Frage gestellt, ob sie sich über die Folgen ihres Tuns im Klaren sind?
"Der Rat der Stadt Löhne beauftragt die Verwaltung zu untersuchen, ob es im Zusammenhang mit dem Brandanschlag aus dem Jahr 2006 auf das damalige Asylbewerberheim an der Bünder Straße in Löhne Ort rechtsextremen Aktivitäten gab und ob es Hinweise der ermittelnden Behörden gibt."
Begründung:
Die Brandstifter auf das damalige Asylbewerberheim in Löhne Ort riskierten mit dem Anschlag das Leben aller der dort wohnenden um Asyl suchenden Menschen. Angesichts des bekannt gewordenen Ausmaßes rechtsterroristischer Aktivitäten in Deutschland, ist die Frage zu klären, ob die Brandstifter in Löhne Unterstützung und Sympathie in unserer Stadt fanden.
Nachdem die Linke Ratsfraktion in Löhne im Rat der Stadt Löhne 2009 den Antrag gestellt haben das Rathaus als Passivhaus zu sanieren und auf dem Klimaschutztag 2009 in Löhne dafür in einer Werbeaktion mit einer Eisblockwette geworben haben, ist nun schon einige Mühe investiert und einiger Schweis geflossen. Der Einsatz und die Beharrlichkeit haben sich aber gelohnt und zahlen sich nun nachhaltig aus, das Löhner Rathaus wird als Passivhaus saniert und der Ernergieverbrauch auf etwa 10% gesenkt was zum Einen ein bundesweites Pilotprojekt darstellt und zum Anderen unsere Umwelt nachhaltig schont.

„Der Rat der Stadt Löhne beauftragt die Verwaltung,
die Schulen der Stadt dahingehend zu beraten,
eine Zusammenarbeit mit der Bundeswehr grundsätzlich abzulehnen.
Hierzu gehören z.B.:
Kooperationsverträge mit der Bundeswehr.
Die Einladung von Bildungsoffizieren in den Unterricht oder zu schulischen Veranstaltungen. Werbung für Ausbildungsgänge bei der Bundeswehr, oder für ein Studium an einer Bundeswehrhochschule.
Werbung für Praktika in Bundeswehreinrichtungen.
Exkursionen zu Bundeswehreinrichtungen oder von der Bundeswehr durchgeführten Veranstaltungen.
Teilnahme der Schulen an Wettbewerben, Jugendmessen, Arbeitsplatzbörsen, die von der Bundeswehr ausgestattet werden.
Das Verteilen von Werbematerialien.“
Begründung:
Das vermeintliche Lösen von Konflikten mit militärischer Gewalt widerspricht einer gepflegten Kultur und den Erziehungsidealen unserer Gesellschaft.
Wie sollen Jugendliche zum gewaltfreien lösen von Konflikten erzogen werden, wenn das vertreten von Wirtschafts- und Länderinteressen mit militärischen Mitteln von unseren Schulen und der Stadt unterstützt wird.
Auftrag der Schule ist es, alle wertvollen Anlagen der Schülerinnen und Schüler zur vollen Entfaltung zu bringen und ihnen ein Höchstmaß an Urteilskraft, gründliches Wissen und Können zu vermitteln. Ziel muss die Heranbildung von Persönlichkeiten sein, welche fähig sind, der Ideologie des Nationalsozialismus und allen anderen zur Gewaltherrschaft strebenden politischen Lehren entschieden entgegenzutreten sowie das staatliche und gesellschaftliche Leben auf der Grundlage der Demokratie, des Friedens, der Freiheit, der Menschenwürde, der Gleichstellung der Geschlechter und im Einklang mit Natur und Umwelt zu gestalten. Diese Persönlichkeiten müssen sich der Verantwortung gegenüber der Allgemeinheit bewusst sein, und ihre Haltung muss bestimmt werden von der Anerkennung der Gleichberechtigung aller Menschen.
Zwei Ratsanträge der Linken sollten zum Widerstand gegen das finanzielle Ausbluten der Stadt Löhne mobilisieren. Jedoch zum aktiven Widerstand sind die Fraktionen von CDU/SPD/FDP/LBA und Grüne immer noch nicht zu bewegen. Einen Tag vor der Ratssitzung wurde auf der Hauptversammlung des Deutschen Städtetages beklagt, dass die Verschuldung vieler Kommunen in den vergangenen Jahren „Schwindel erregende Höhe“ erreicht habe und laufende Ausgaben oft nur auf Pump finanziert werden könnten. Darum hatte der Deutsche Städtetag Bund und Länder aufgerufen, einen Schutzschirm zur Sicherung des Existenzminimums der Kommunen zu spannen. So etwas kommt jedoch nur zu Stande, wenn die Kommunen auch selber aktiv werden. Der Löhner Rat war nicht dazu bereit, in Ostwestfalen ein „Aktionsbündnis Raus aus den Schulden“, welches im Ruhrgebiet seit Jahren existiert, zu initiieren noch gegen die Festschreibung der Schuldenbremse in der Landesverfassung zu appellieren. Der Deutsche Städtetag und auch die Gewerkschaften warnen bekanntlich davor, dass die Schuldenbremse Bund und Länder dazu verleiten werden, auf Kosten der Kommunen zu „sparen“. Auch das Argument , dass die Verschuldung der Städte und Gemeinden durch steuerliche Entlastung der großen Unternehmen und hohen Einkommensbezieher durch die rot-grüne Bundesregierung in den Jahren2001 -2004 vollends aus dem Ruder lief, ließ die Mehrheit des Rates nicht aus der Ruhe kommen. Von Empörung gegen die desolate Finanzsituation unserer Stadt sind wir leider im Löhner Rat noch weit entfernt.
Antrag an den Rat der Stadt Löhne:
„Der neu errichtete Platz zwischen der Musikschule und Werretalhalle, Stadtmittelpunkt, Fußgängerzone und neuer Marktplatz, soll den Namen „Platz der Internationalen Solidarität“ bekommen.“
Begründung:
Es ist angemessen, dem neu errichteten Platz einen würdigen Namen zu geben. Dafür sprechen viele Gründe. Für den Namen „Platz der Internationalen Solidarität“ seien folgende genannt:
1. Der Rat appelliert an die Landesregierung, die Schuldenbremse nicht in die Landesverfassung zu schreiben.
Sehr geehrter Herr Bürgermeister,
Meine Damen und Herren
Unser gemeinsames Anliegen ist es, in diesem Hause unsere Stadt auf einen guten Weg zu bringen.
Dafür sollen mit dem Haushaltsplan 2011 die Weichen gestellt werden.
Selten war es so deutlich wie in diesen Tagen, wie sehr unsere Gestaltungspolitik vor Ort von den gesellschaftlichen, politischen und ökologischen Zusammenhängen geprägt wird.
Frieden, Leben im Einklang mit der Natur und Gerechtigkeit sind unabdingbare Vorraussetzungen, um eine zukunftsfähige Stadtentwicklung gestalten zu können.
Kairos in Deutschland
Die Befreiung der Frauen ist aktuell wie vor 100 Jahren. Das Wahlrecht für Frauen ist zwar durchgesetzt, jedoch der Kampf gegen die Militarisierung der Gesellschaft, welche „Krieg als Mittel der Politik“ einsetzt, um (z.B. Öl-) Interessen zu wahren, ist damals wie heute ein zentrales Anliegen.
Mehr Frauen in Führungspositionen zu bringen ist wichtig. Eine entscheidende Herausforderung ist es, das Recht auf gleich bezahlte und gute Arbeit für alle zu verwirklichen. „Es geht darum, Arbeit, und damit Zeit neu zu verteilen. Der Arbeitsbegriff erweitert sich, in dem alle Tätigkeiten gleichwertig behandelt werden.“ (Frigga Haug, Soziologin und engagierte Frauenrechtlerin).
„In jeder Gesellschaft ist der Grad der weiblichen Emanzipation (Freiheit) das natürliche Maß der allgemeinen Emanzipation“, zitierte vor 100 Jahren Rosa Luxemburg den großen sozialistischen Vordenker Charles Fourier.
Die Empörung gegen die wachsende Ungerechtigkeit der Verarmung von immer mehr Menschen in unserer Gesellschaft und gegen die Verarmung der öffentlichen Hand wächst.
Es sei daran erinnert, dass „die Armut“ all zu oft besonders Frauen trifft, insbesondere allein erziehende Mütter und Rentnerinnen. Diese Beispiele machen deutlich, wie aktuell der Aufruf von Rosa Luxemburg zum Massenstreik gegen bestehendes Unrecht ist. Die Massenkämpfe im Nahen Osten verdeutlichen, wie bestehendes Unrecht beseitigt werden kann. Viele Frauen sind in der arabischen Revolution in vorderster Front im Kampf für Freiheit und Demokratie. Von ihnen können wir lernen, wie man sich bei uns in Deutschland effektiv gegen die Verarmung des Gemeinwesens wehren kann. Wir brauchen viele „Kairos“ in unserem Land.
Gutes städtisches Leben wird in dem zukünftigen Löhner Stadtkern bislang immer noch von lärmendem Autoverkehr verdängt. Deswegen wirbt die Löhner Linke auf dem Löhner Klimaschutztag dafür, die zukünftige Innenstadt für Menschen anstatt für Autos zu gestalten.
Die neu entstehende Musikschule und der Wochenmarkt auf dem entstehenden Platz zwischen der Werretalhalle und der faszinierend offen gestalteten Musikschule werden zukünftig zum Verweilen in unserer neu entstehenden Innenstadt einladen. Die neue Gestaltung des Innenstadtbereichs lädt dazu ein, sich zu treffen, zu bummeln und auch in aller Ruhe einzukaufen. In unserer Innenstadt kann mit dem begonnen werden, zu dem wir alle aufgerufen sind: anders besser leben.
Wir wissen, durch unsere Abgase wird das Klima auf der Erde in dramatischer Weise verändert. Zur Reduzierung der Klima verändernden Treibhausgase tragen verkehrsberuhigte Stadtviertel, gut ausgebaute Radwege und ein attraktiver öffentlicher Personennahverkehr bei. Sie kommen nicht nur der Umwelt zugute, sondern sind ein Lebensgewinn für alle.
Auf dem Löhner Klimaschutztag soll für ein gutes Leben geworben werden: Für eine Lebensweise, die auch zukünftigen Generationen ein Leben auf der Erde ermöglicht!
Der Stadtverband Löhne ruft zu einer Parteiübergreifenden Protestkundgebung vor dem Kreishaus in Herford auf.
Mit aktivem Widerstand gegen Sparpaket, Gesundheitsreform, und kommunale Kürzungen muss jetzt begonnen werden.
Wir begrüßen den Aufruf des Europäischen Gewerkschaftsbundes zum europaweiten Aktionstag am 29. September 2010 und die Ankündigung des DGB an diesem Tag auch in Deutschland Veranstaltungen durchzuführen. Der 29. September muss ein Tag des Protests und Widerstands in möglichst vielen Städten und Betrieben werden.
Wir bitten Euch zu beraten, ob ihr eine Protestaktion, um das Sparpaket der Bundesregierung zu stoppen, am 29. September vor dem Kreishaus in Herford unterstützen könnt. An diesem Tag findet dort eine Kreishauptausschusssitzung statt.
Wir werden dort beantragen, die Sitzung für eine Potestkundgebung um 18 Uhr zu unterbrechen.
Die Umverteilung von unten nach oben geht einher mit dem Kaputtsparen der Kommunen. Die Folgen werden auf dem Rücken der Beschäftigten im öffentlichen Dienst, der arbeitenden und erwerbslosen Bevölkerung sowie den Alten und Kindern ausgetragen.
Eine Kommune nach der anderen legt Kürzungshaushalte nach dem Prinzip der Rasenmähermethode vor. Und überall wird darüber nachgedacht, wie Personalkostenreduzierung über Lohnabbau und Stellenabbau weiter forciert werden kann. Die Bewegung gegen das Sparpaket und die Gesundheitsreform muss daher auch mit dem Widerstand gegen kommunale Kürzungen verbunden werden.
Wenn Tausende in vielen Städten am 29. September auf die Straße gehen und darüber hinaus mit betrieblichen Aktionen ein Zeichen gesetzt wird, so ist das der beste Auftakt für den notwendigen Widerstand für die Aktionswochen Ende Oktober/Anfang Nov.
Die Linke in Löhne hat folgenden Antrag an den Rat der Stadt gestellt, der am 22. September im Rat auf die Tagesordnung gebracht wird:
Antrag an den Rat der Stadt Löhne: (vom 24 Aug.2010)
„Der Rat der Stadt Löhne ruft alle Bürgerinnen und Bürger des Kreises Herford zu einer regionalen Protestkundgebung „Für Gerechtigkeit und soziale Politik“ am 29. September um 18 Uhr vor dem Kreishaus in Herford auf.“

Das Sparpaket wurde aus Löhne zurück zur Bundesregierung gesendet. Die Ratsmitglieder des Stadtverbandes der LINKEN in Löhne, Stephie Karger und Ulrich Adler, hier zusammen mit ihren Mitstreitern vor ihrem Ortsschild.
Mehr Infos über den Blog: http://sparpaketwette.wordpress.com und die Webseite: http://www.sparpaket-annahme-verweigert.de

Die Linke rief und – nur wenige kamen. Etwas enttäuscht dürfte Ulrich Adler schon gewesen, dass er am Donnerstagabend gerade mal mit 18 Demonstranten über den Rathaus-Parkplatz zog. Löhnes Linkenchef hatte zum Protest gegen die Sozialkürzungen der Bundesregierung aufgerufen. Doch Adler ließ sich von der eher geringen Resonanz nicht den Wind aus den Segeln nehmen: „Das ist heute erst der Anfang zu einem heißen Herbst“, kündigte er an.
Neben ihm gehörte auch Stephie Karger, Mitglied im Landesvorstand der Linken und die parteilose Ratsfrau Marion Schröder zur Demonstrationsspitze. Schröder betont aber gleich, dass „ich nicht in die Partei eingetreten bin und das auch nicht vorhabe. Hier geht es mir um die Sache“.
Die Sache hat laut Ulrich Adler viele Facetten: „Wir werden dieses Sparpaket so nicht hinnehmen“, schimpfte er. Jedes fünfte Kind allein in Löhne lebe in Armut und da komme der Staat mit Kürzungen. „Gerade bei den sozial Schwächsten soll gespart werden: bei Kindern und behinderten Menschen.“ Er verwies auf das Haushaltsloch von 300 Millionen Euro beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe im Bereich der Behindertenbetreuung. „Das trifft nicht nur die behinderten Menschen, sondern bedroht auch Arbeitsplätze vor Ort. Etwa im Wittekindshof“, so Adler.
Der Kahlschlag durch den Bund konterkariere auch die Bemühungen der Kommune vor Ort. Vielmehr sei eine Gemeindefinanzreform von Nöten, die es den Städten ermöglicht ihre sozialen Pflichten besser wahrzunehmen.
Zum Schluss bekräftigte der Initiator seine Unverdrossenheit. „Das ist nur ein kleiner Anfang, viele werden folgen.“ Er hoffe, dass die anderen Ratsfraktionen sich noch anschließen.
NW am 17.7.2010
An den
Bürgermeister der Stadt Löhne
Herrn Heinz-Dieter Held
Der Rat der Stadt Löhne ruft zu einer Protestkundgebung für soziale Politik vor dem Rathaus auf:
Genug ist genug !
In den Städten, so auch in Löhne, wächst die Armut. Insbesondere bei den sozial Schwächsten soll gespart werden: Bei den Kindern und den behinderten Menschen.
In dieser Situation macht sich die Gemeindeprüfungsanstalt zum Büttel der Bundesregierung und fordert die Stadt Löhne dazu auf, ihre Leistungen deutlich zurückzufahren, während die Bürgerinnen und Bürger deutlich mehr bezahlen sollen.
Angemessene Sozial- und Umweltberatung sollen dem als alternativlos dargestellten Kahlschlag geopfert werden.
Dieser unverschämten Forderung muss ein deutliches Zeichen entgegengesetzt werden.
Wir wollen vor Ort deutlich machen, dass die Schere zwischen Arm und Reich nicht weiter auseinander gehen darf, sondern geschlossen werden muss.
Der skandalöse Sozialabbau in unserer Stadt und in unserem Land, der von der Bundesregierung erbarmungslos weiter betrieben wird, darf nicht mehr hingenommen werden.
Es ist nicht hinnehmbar:
A) Die Bundesregierung will bei den Kindern sparen, anstatt angemessen in ihre Zukunft zu investieren. Insbesondere die 1,7 Millionen Kinder, die von Hartz IV leben, sind betroffen. Trotz des Bundesverfassungsgerichtsurteils zu den Hartz IV – Sätzen soll in der Familienförderung keine neue Priorität gesetzt werden.
B) Weil die Kommunen durch Steuersenkungen für Reiche, Unternehmen und Banken überschuldet sind, müssen behinderte Menschen in Zukunft Einschränkungen bei ihrer Versorgung befürchten. Dem Landschaftsverband Westfalen/Lippe fehlen in ihrem Haushalt im nächsten Jahr 300 Millionen Euro.
Die Leistungen der Städte und Gemeinden dürfen nicht zurückgefahren, sondern müssen angemessen erweitert werden
Das Sparpaket der schwarz-gelben Bundesregierung ist grausam und ungerecht.
Die Schwächsten in unserer Gesellschaft und die „Kleinen Leute“ sollen über den Tisch gezogen werden, während die Vermögenden und Banken geschont werden.
Wir rufen auf zum Widerstand gegen ungerechte Sparpläne der Bundesregierung.
· Für Sicherstellung und Ausbau der Lebensqualität aller Bürgerinnen und Bürger, insbesondere der Schwächsten: der Kinder und der behinderten Menschen.
· Für eine Gemeindefinanzreform, die den Städten und Gemeinden ermöglicht, ihre Aufgaben angemessen erfüllen zu können.
Der Rat der Stadt Löhne ruft zu einer ersten Protestkundgebung für diese Ziele am Donnerstag den 15. Juli um 17 Uhr vor dem Löhner Rathaus auf!“
VISDP: Ulrich Adler, Fraktion DIE LINKE, Löhne
„Bürger entlasten – Reichtum besteuern“
Die Linke hat den Haushalt in Löhne in diesem Jahr nicht mitgetragen, weil von ihm zu wenig Impulse für eine andere Politik ausgingen. Die Bürgerinnen und Bürger entlasten und den Reichtum besteuern, damit hätte bei der Haushaltsverabschiedung ansatzweise begonnen werden können. Die Chance für eine ausgewiesen rot – rot – grüne Politik, wie von der Mehrheit der Bürger/innen gewünscht, wurde nicht ergriffen. Kürzen und Kaputtsparen wird auch in Löhne zu oft als alternativlos angesehen.
Anstatt die Grundsteuer B für die Bürger/innen zu erhöhen, wie es von SPD, FDP und den Grünen beschlossen wurde, forderte die Linke eine angemessene Erhöhung der Gewerbesteuer. Dafür konnte die Linke keine Mehrheit gewinnen. Die Löhner SPD betreibt mit der FDP und den Grünen eine Kahlschlagpolitik und sie blockieren zudem Konzepte, die einen Ausbau der sozialen und kulturellen Infrastruktur unserer Stadt beinhalten. Ein Konzept zur Schaffung von Barrierefreiheit für behinderte Menschen, ein eigenständiges Umweltamt wurde bereits vor Monaten von den Linken gefordert und mit den Stimmen von SPD und Grünen aus „Sparsamkeitsgründen“ abgelehnt.
Der wachsende Verarmung der Bevölkerung, einer fortschreitenden sozialen Spaltung in reich und arm, und der herrschenden desolaten, ungerechten Bildungspolitik müssen auf allen Ebenen Alternativen entgegengesetzt werden.
Die Linke machte in der Haushaltsdebatte mit ihren Anträgen deutlich, wie eine Stadtpolitik für mehr Bildung, umweltfreundliche Mobilität und Kultur und Freizeit auf den Weg gebracht werden kann. Durch Ausbau der öffentliche Daseinsvorsorge unter demokratischer Kontrolle statt Privatisierung soll eine grundlegende Bedarfssicherung für alle gesichert werden.
Die Bemühungen der Linken für eine anders gewichtete Politik fanden in einem Punkt allgemeine Unterstützung: Auf Antrag der Linken beschloss der Stadtrat einstimmig, dass der Forderungskatalog des „Arbeitskreises Kinder- und Jugendarmut in Löhne“ zügig realisiert wird und oberste Priorität darstellt. In Löhne soll somit vorrangig sichergestellt werden, dass z. B. in unseren Schulen und Tageseinrichtungen zukünftig kein Kind ohne Frühstück und Mahlzeit bleibt. Beschlossen wurden u.a. die finanzielle Sicherstellung der „Frühen Hilfen in Löhne“, die Einrichtung eines Materialfonds für Schulmaterialien, die Einrichtung eines Sportfonds und die Einführung der Schulmittelfreiheit.
Mit Verabschiedung dieses Antrags wurden erste Maßstäbe für eine sozial verantwortungsvolle Stadtpolitik gesetzt. Es zeigte sich, dass auch in finanziellen Notzeiten, Weichen für eine soziale und zukunftsfähige Politik gestellt werden können.
VISDP: Ulrich Adler, Fraktion DIE LINKE, Löhne
Sehr geehrter Herr Bürgermeister,
meine Damen und Herren,
Die Rahmenbedingungen, in denen unser Haushalt beraten wird, haben sich nach den Landtagswahlen in NRW entscheidend verändert.
Die schwarz-gelbe Landesregierung unter Ministerpräsident Rüttgers hat keine Mehrheit mehr, weder bei den Wählerinnen und Wählern noch im Parlament.
Damit ist die unsoziale Politik der CDU/FDP-Regierung und ihr „Privat vor Staat“ - Kurs abgewählt worden. Die schwarz-gelbe Bundesregierung hat für ihre Sozialabbaupläne keine Mehrheit im Bundesrat mehr.
Schwarz-Gelb plündert die öffentlichen Haushalte und macht dadurch Bund, Länder und Kommunen handlungsunfähig.
Da muss gegengesteuert werden.
Und es muss die Frage beantwortet werden, wer die Zeche für die Krise zahlt.
Immer wieder werden neue Milliardenverbindlichkeiten, seien es Direktkredite oder Bürgschaften, aufgenommen, häufig um Banken und Konzerne zu retten.
Das bringt die gesamten Haushalte in eine existentielle Situation.
Wenn das so weitergemacht wird, dann ist es bald egal, wer regiert, weil der Staat handlungsunfähig ist.
Mit ihrer Stimme haben die Menschen in NRW deutlich gezeigt, dass sie mit den sozialen Ungerechtigkeiten in diesem Land nicht mehr einverstanden sind und Veränderungen wollen.
„Deutschland entwickle sich wie Griechenland“, erklärte der Ministerpräsident Schleswig Holsteins Peter Harry Carstensen, „nur dass die Griechen schon einige Jahre weiter sind.“ (Neue Westfälische 21.5.2010) und forderte ebenso wie seine CDU – Amtskollegen rigoroses Sparen beim Volk.
Herr Carstensen bestätigte somit meine Einschätzung:
„Wir sind alle Griechen – Wir müssen uns wehren!“
Die Menschen in NRW haben den Politikwechsel gewählt, doch SPD und Grüne wollen diesen nicht umsetzen.
Sie haben sich wie schon in Hessen, Thüringen und im Saarland jetzt auch in NRW einem Politikwechsel für die Mehrheit der Bevölkerung verweigert.
Das Hauptziel der Linken in dem Sondierungsgespräch mit SPD und Grünen war es auszuloten, ob es gemeinsam gelingen kann, den von Angela Merkel unter dem Codewort „Sparen“ angekündigten Sozialabbau im Bundesrat zu stoppen.
In der Landespolitik war und ist es unser Ziel, weiteren Sozialabbau zu verhindern, also keinen Arbeitsplatzabbau und keine Privatisierungen.
Dieses Ziel verfolgt die Linke auch in Löhne.
Wir haben den Haushaltsentwurf unter dem Kriterium gewertet, wie er es ermöglicht, soziale und kulturelle Errungenschaften zu sichern und zu erweitern.
Auf Landesebene wurde die Hoffnung auf einen Politikwechsel enttäuscht:
In dem Sondierungsgespräch ließen SPD und Grüne entgegen ihren Programmen erkennen, dass sie die WestLB privatisieren wollen.
Zudem haben sie beharrlich unsere Bereitschaft eingefordert, bis zu 8.700 Stellen im Landesdienst zu streichen, obwohl sie selbst insbesondere für den Bildungsbereich noch im Wahlkampf den deutlichen Ausbau von Stellen versprochen haben.
Ganz klar machten beide Parteien, dass ihre Wahlversprechen zur Schaffung von bis zu 200.000 neuen Arbeitsplätzen in NRW nicht mehr als heiße Luft sind:
Beide wollen kein wirkliches Investitionsprogramm zur Schaffung neuer Arbeitsplätze in NRW auflegen, sondern lediglich bereits vorhandene EU-Förderprogramme umschichten und wirtschaftliche Anreize geben.
Auf die Forderung der LINKEN nach der Einlösung der Wahlversprechen antwortete Hannelore Kraft wörtlich:
“Jetzt ist die Wahl vorbei, jetzt werden die Wahlprogramme einem Realitätscheck unterzogen.“
Die Ent / Täuschung nach dem Sondierungsgespräch mit SPD und Grünen soll uns jedoch nicht hindern, vor Ort für gute Entwicklungsperspektiven unserer Stadt, die dem Willen der Bürgerinnen und Bürger entsprechen, gemeinsam zu wirken.
Meine Damen und Herren,
„So schlecht wie 2010 stand Löhne noch nie da“, wurde die Haushaltssituation in Löhne von der hiesigen Presse auf den Punkt gebracht.
Auch der Stadt Löhne wird ein Nothaushalt aufgezwungen.
Im Haushaltsjahr 2010 werden wir mit einem Haushaltsloch von über 12 Millionen Euro konfrontiert.
Die Stadt musste die Ausweitung des städtischen Kreditrahmens auf 30 Millionen Euro beschließen.
Ein wesentlicher Grund war das Einbrechen der Gewerbesteuer.
Hatten wir im Jahr 2007 noch 18,6 Millionen Euro Gewerbesteuereinnahmen, waren im Jahr 2009 nur noch 8,8 Millionen Euro.
Für 2010 werden mit 11 Millionen Gewerbesteuereinnahmen geschätzt.
Die Verwaltung rechnet nicht damit, dass Löhne in den nächsten Jahren einen ausgeglichener Haushalt vorlegen kann.
Somit geriet Löhne mit einem Nothaushalt unter die Aufsicht des Kreises.
Beschränkungen des „Nothaushalts“ sind bedeutend weitreichender als die in der „Haushaltssicherung“.
Die Stadt wird genötigt nur solche Ausgaben zu tätigen, zu denen sie rechtlich verpflichtet ist. ( wie Leistungen nach Hartz IV und Gehälter) oder die für die Weiterführung notwendiger Aufgaben unaufschiebbar sind.
Diese desolate Situation der Stadt Löhne ist nicht hausgemacht.
Die deutschen Kommunen steuern nach einer Prognose des Deutschen Städtetages auf die größte Haushaltskrise seit Bestehen der Bundesrepublik zu.
Die Städtetagspräsidentin Petra Roth (CDU) schätzte ein, dass das Defizit der Kommunen in diesem Jahr bei 15 Milliarden Euro liege
- 3 Milliarden höher als bislang geschätzt.
Damit würden die Städte ihren Negativrekord aus dem Jahr 2003 fast verdoppeln.
Die Präsidentin des Deutschen Städtetages und auch der Geschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebundes, Gerd Landsberg, sprachen sich gegen eine von der Bundesregierung erwogene Abschaffung der Gewerbesteuer aus, welche bislang die wichtigste Geldquelle der Kommunen war.
Da das Aufkommen der Gewerbesteuer allerdings extrem von der Ertragslage der steuerpflichtigen Unternehmen abhängt, fallen die Einnahmen in der Rezession gering aus.
Um kommunale Selbstverwaltung auf eine solide finanzielle Basis zu stellen, bedarf es einer grundlegenden Neuausgestaltung der kommunalen Einnahmequellen.
Neben Soforthilfen brauchen die Kommunen vor allem dauerhafte verlässliche und deutlich höhere Einnahmen.
Die Linke tritt deshalb dafür ein, die Gewerbesteuer als wichtigste Finanzquelle der Städte und Gemeinden zur Gemeindewirtschaftssteuer weiterzuentwickeln.
Dies schließt die Einbeziehung aller unternehmerisch Tätigen – Selbständige wie Ärzte und Anwälte, aber auch freie Berufe bei hinreichenden Freibeträgen für prekär Selbständige mit ein.
Eine Verstetigung des Steueraufkommens muss darüber hinaus durch die Ausweitung der Bemessungsgrundlage durch eine stärkere Einbeziehung von Mieten, Pachten und Leasingraten erfolgen.
Die Linke fordert als Sofortmaßnahme, die Gewerbesteuerumlage von den Gemeinden an den Bund abzuschaffen und bis 2013 schrittweise die Gewerbesteuerumlage an die Länder abzubauen, damit denen ihre Einnahmen in Gänze zustehen.
Im Sinne des Grundgesetzes wird durch eine so gestaltete Gemeindewirtschaftssteuer eine den Gemeinden zustehende wirtschaftskraftbezogene Steuerquelle geschaffen, die dem Grundsatz der finanziellen Eigenverantwortung der kommunalen Selbstverwaltung gerecht wird und diese stärkt.
Die Linke setzt sich dafür ein, Privatisierung zu stoppen, sowie Rekommunalisierung vorantreiben und umzusetzen.
Es ist in zahlreichen Untersuchungen widerlegt worden, dass die Privatisierung von staatlichen und kommunalen Unternehmungen und Dienstleistungen die überschuldeten öffentlichen Haushalte entlasten, ja sanieren könne.
Auch in Löhne werden derzeit für die Rekommunalisierung des Energiesektors die Voraussetzungen geschaffen.
Wir wollen die Schaffung öffentlicher Unternehmen mit transparenten Strukturen und Entscheidungsfindungsprozessen, unter Beteiligung der Einwohner/innenschaft.
Die kommunale Infrastruktur ist eine elementare Vorraussetzung für den Sozialstaat und den Zusammenhalt der Gesellschaft, für ein sicheres Leben der Bürger.
Die im Grundgesetz garantierte Selbstverwaltung der Kommunen erfordert dafür ausreichende Finanzen.
Alles andere ist Verfassungsbruch.
Meine Damen und Herren,
Die Privatisierung der EMR führte dazu, dass die Bürgerinnen und Bürger und die Kommunen kurzfristigen Profitinteressen der Energiekonzerne ausgeliefert wurden.
Die Gemeindeprüfungsanstalt Nordrheinwestfalen (GPA NRW) hat einen Bericht über die Organisationsuntersuchung in der Stadtverwaltung Löhne Mai 2007 –Juli 2008 vorgelegt, der uns nahe legen möchte unsere öffentlichen Dienstleistungen aus Sparsamkeitsgründen rigoros zusammenzustreichen.
Viele der vom GPA –Gutachten aufgezeigten Einsparpotentiale führen zu radikaler Verschlechterung städtischer Leistungen zu Lasten der Bürgerinnen und Bürger.
Die Gutachter empfehlen uns, dass wir uns auf die gesetzlich vorgeschriebene Aufgabenerledigung beschränken sollen.
Obwohl die Armut in unserer Stadt wächst, soll eine Beratung der in soziale Notlage geratenen Menschen zurückgefahren, weggespart werden, ebenso Beratungsleistungen in der Bauaufsicht, der Planung und der Abfallwirtschaft.
Auch die nur ansatzweise vorhandene Umweltberatung soll als „freiwillige Leistung“ dem Rotstift geopfert werden.
Die Erstellung eines Klimaschutzkonzeptes für die Stadt Löhne müsste gestrichen werden, wenn den Empfehlungen des GPA- Gutachtens gefolgt würde.
Das GPA – Gutachten führte mit seiner empfohlenen Aufgabenverweigerung notwendiger städtischer Leistungen unser Gemeinwesen an die Wand.
Würden wir dem GPA-Gutachten folgen, wäre die Zukunftsfähigkeit unserer Stadt noch weiter in Frage gestellt.
Die Zumutungen des GPA-Gutachtens werden hoffentlich in den Fachausschüssen entsprechend zurückgewiesen werden.
An dieser Stelle möchte ich auf eine fatale Beschlussfassung zu sprechen kommen, die an dieser Stelle angesichts des drohenden Nothaushaltes am 17.3. 2010 gefasst wurde:
Die sächlichen Mittel im Bereich der Jugendarbeit, der Jugendsozialarbeit und des erzieherischen Kinder- und Jugendschutzes wurden für die Haushaltsjahre 2011 bis 2014 um 10% gekürzt.
Für die Wiederbesetzung frei werdender Personalstellen im Bereich der Jugendarbeit, der Jugendsozialarbeit und des erzieherischen Kinder- und Jugendschutzes gelten laut Mehrheitsbeschluss Einschränkungen, die im Rahmen des Haushaltssicherungskonzeptes der Stadt Löhne vorgesehen sind.
Angesichts wachsender Armut von Kindern in unserer Stadt sind diese mittelfristigen Kürzungen und drohender Personalabbau in der Jugendarbeit, der Jugendsozialarbeit und des erzieherischen Kinder und Jugendschutzes ein Armutszeugnis unserer Stadt.
923 junge Menschen unter 18 Jahren leben in unserer Stadt von Sozialleistungen.
Jedes 7.Kind unter 15 Jahren lebte in Löhne von Sozialleistungen.
Der Anteil dieser Kinder ist in drei Jahren um 1,3 Prozent gewachsen.
2007 bekamen 13,2% der Unter-15Jährigen in Löhne Sozialleistungen, am 1. Januar 2010 waren es 14,5%.
Ein Ende der Verarmung unserer Gesellschaft ist nicht in Sicht.
Die herrschende Politik und viele Medien wollen uns glauben lassen:
„Wir haben über die Verhältnisse gelebt – wir müssen sparen.“
Sparen bei den Armen ist kein Ausweg aus der Krise, sondern verschärft diese: in Griechenland und auch bei uns.
Da die herrschende Politik auf Bundes- und Landesebene bereit ist so weiterzumachen wie bisher, wird die Armut auch in Löhne weiter wachsen.
Anstatt Mittel für Jugendarbeit und Jugendschutz zu streichen, müssen diese Mittel aufgestockt werden.
Auch ein Nothaushalt muss die Bekämpfung von Kinder- und Jugendarmut ermöglichen.
Der „Arbeitskreis Kinder- und Jugendarmut in Löhne“ hat bereits einen Forderungskatalog gegen Kinder- und Jugendarmut in Löhne erarbeitet.
Die Linke Fraktion in Löhne stellt den Antrag:
„ Der Forderungskatalog gegen Kinder- und Jugendarmut wird entsprechend der Prioritätensetzung des Arbeitskreises Kinder –und Jugendarmut zügig realisiert, die Fortführung des Wittekindspasses sichergestellt.
Die Realisierung des Forderungskatalogs hat in der Stadt Löhne oberste Priorität.“
Da die Forderungen zur Bekämpfung der Kinderarmut für uns ein entscheidender Faktor einer verantwortungsbewussten Stadtentwicklungspolitik sind, möchte ich sie hier noch einmal aufführen.
· Fortsetzung der Förderung von „Kein Kind ohne Mahlzeit“
· Fortführung der Einschulungshilfe
· Bewerbung des Wittekindspasses
· Ausbau der Förderung von „Kein Kind ohne Mahlzeit“ in den Kindergartenbereich
· Einführung von „Kein Kind ohne Frühstück“
· Einrichtung eines Materialfonds für Schulmaterialien an jeder Schule, in jeder Klasse
· Ausbau der „Frühen Hilfen in Löhne“
· Einrichtung eines Sportfonds
· Pilot-Förderung der „Kultur des gemeinsamen Mittagessens“
· Verbesserung von Transportmöglichkeiten von Gruppen (Kita, Schule, offene Kinder und Jugendarbeit) zu Bildungs- und Sporteinrichtungen
· Einführung der Schulmittelbefreiung
Meine Damen und Herren
Nach langen Jahren des Privatisierungswahns herrscht Ernüchterung.
Günstigere Preise, bessere Dienstleistungen, und Unternehmen, die sich um die Kundschaft kümmern – das waren die Verheißung der Privatisierung.
Hunderte Städte, Gemeinden und Landkreise haben den Versprechungen geglaubt oder - von einer falschen Steuerpolitik in die Enge getrieben – keinen anderen Ausweg gesehen, um Haushalte kurzfristig zu konsolidieren.
So wurden Dienstleistungen privatisiert, kommunale Betriebe an Investoren verkauft oder Betreiberverträge abgeschlossen.
Mittlerweile ist bekannt, was von den Ankündigungen der privaten Anbieter und Investoren zu halten ist.
Höhere Preise und Gebühren, schlechterer Service, rücksichtslose Ausnutzung von Angebotsmonopolen, weniger demokratische Kontrolle, prekäre Arbeitsverhältnisse und geringere Einnahmen für die kommunalen Haushalte – das ist in vielen Orten die Realität.
Mit Projekten der Rekommunalisierung sollen privatisierte Leistungen der Daseinsvorsorge wieder durch öffentliche Dienstleister erbracht werden.
In Löhne wird derzeit Möglichkeiten der Rekommunalisierung der Energieversorgung untersucht.
Auch die Bereitstellung eines gut funktionierenden Öffentlichen Personennahverkehrs gibt vielen Bürgerinnen und Bürgern bedeutend mehr Lebensqualität.
Unzureichendes Mobilität von jungen und alten Menschen und von denjenigen die sich kein Auto leisten können oder wollen, darf nicht länger hingenommen werden.
Hier besteht dringender Handlungsbedarf.
Die Linke Fraktion in Löhne beantragt:
1.) „Möglichkeiten der Konzeptionierung eines zeitgemäßen Öffentlichen Personennahverkehrs werden in einem Unterauschuss des Planungsausschusses erarbeitet. Für die Mitarbeit in diesem Unterausschuss sollen u. a. Vertreter/innen des Verkehrsclubs VCD und der Gewerkschaft Ver.di gewonnen werden.“
2.) „Die Verwaltung wird beauftragt, Möglichkeiten der Rekommunalisierung der Abfallentsorgung aufzuzeigen.“
Meine Damen und Herren
Wie sehr der über uns schwebende Nothaushalt die grundgesetzlich garantierte Selbstverwaltung in Frage stellt, zeigte der Beschluss des Schulausschusses vom 10. Mai 2010.
Entgegen des dargestellten Bedarfs wurde ein Durchführungs- und Finanzierungskonzept zur Herstellung von Barrierefreiheit an allen Löhner Schulen auf Grund mangelnder finanzieller Umsetzungsmöglichkeiten als entbehrlich angesehen und der entsprechende Antrag der Linken von allen anderen Fraktionen abgelehnt.
Der Nothaushalt führt also dazu, dass notwendige Dinge nicht getan werden.
Sogar Lösungskonzepte des aufgezeigten Handlungsbedarfs werden als entbehrlich erachtet.
DIE LINKE steht für den Politikwechsel in und streitet für eine Politik der sozialen Gerechtigkeit, der Demokratie und der nachhaltigen ökologischen Gestaltung.
Löhne braucht endlich einen Politikwechsel - dafür steht DIE LINKE jederzeit bereit!
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An dieser Stelle möchte ich dem Stadtkämmerer Herrn Poggemöller und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in der Verwaltung danken, die zur Beratung des Entwurfs des Haushaltsplans 2010 die verschiedenen Haushaltsposten transparent aufgearbeitet haben.
Ich danke für die gewährte Aufmerksamkeit
(Es gilt das gesprochene Wort)
Anträge der Linken 2010
1.) „ Der Forderungskatalog gegen Kinder- und Jugendarmut wird entsprechend der Prioritätensetzung des Arbeitskreises Kinder –und Jugendarmut zügig realisiert, die Fortführung des Wittekindspasses sichergestellt.Die Realisierung des Forderungskatalogs hat in der Stadt Löhne oberste Priorität.“
2.) „Möglichkeiten der Konzeptionierung eines zeitgemäßen Öffentlichen Personennahverkehrs werden in einem Unterauschuss des Planungsausschusses erarbeitet. Für die Mitarbeit in diesem Unterausschuss sollen u. a. Vertreter/innen des Verkehrsclub VCD und der Gewerkschaft Ver.di gewonnen werden.“
3.) „Die Verwaltung wird beauftragt, Möglichkeiten der Rekommunalisierung der Abfallentsorgung aufzuzeigen.“
4.) „Der Hebesatz der Gewerbesteuer wird von 403 auf 433 angehoben.“

Es ist dem Wohl unserer Stadt nicht dienlich, dass die Debatte über die städtische Haushaltssituation der Stadt Löhne auf einen Zeitpunkt nach den Landtagswahlen verschoben wurde. Das Hauptthema der verschobenen Ratsdebatte, die Finanznot unserer Stadt, ist schließlich nur im überregionalen Zusammenhang zu verstehen. Viele Städte stehen mit dem Rücken an der Wand: „Wadentiefe Schlaglöcher in den Straßen, Buslinien, die nicht mehr verkehren, Kindertagesstätten, die früher schließen – Deutschlands Städten und Kommunen geht das Geld aus.“, beklagte jüngst die Gewekschaft Ver.di.
Die Finanzlage vieler Städte, Gemeinden und Landkreise ist alarmierend. Viele Kommunen befinden sich am Rande des Bankrotts, sie können aufgrund der schwierigen Finanzlage ihre öffentlichen Aufgaben kaum noch bewerkstelligen. Dabei ist die Finanznot der Kommunen keineswegs hausgemacht. Im Gegenteil: Hauptursache der prekären Lage der Kommunalfinanzen sind die massiven Steuersenkungen in den letzten zehn Jahren von verschiedenen Bundeskoalitionen. Das Fundament des Staates gerät ins Wanken, wenn sich an der Finanzausstattung der Kommunen nicht grundlegend etwas ändert.
Angesichts der milliardenschweren Bankenrettung durch Bundesmittel ist es blanker Hohn, dass nicht die leisesten Anstrengungen unternommen werden, die Schlaglöcher in den kommunalen Haushalten zu beseitigen! In den Städten und Gemeinden wurde genug gekürzt. Falsch verstandenes „Nicht zur Sprache bringen“ von Fehlentwicklung der Bundes- und Landesvorgaben helfen uns nicht weiter. Die Kommunalpolitikerinnen und –politiker aller Parteien sollten gemeinsam für eine gerechte Finanzausstattung unserer Städte und Gemeinden eintreten. Es ist an der Zeit, dass die Städte wieder in einem breiten Aktionsbündnis „Reformen statt Kahlschlag“ einfordern und diesmal auch durchsetzen. Mit Unterstützung der Bürgerinnen und Bürger kann es gelingen, den Städten eine gute Zukunft zu ermöglichen.

„Gemeinsam gegen die Schulden kämpfen“, damit tat sich die Ratsmehrheit von SPD/CDU/FDP/GRÜNE/LBA in der letzten Ratssitzung sehr schwer. Sie war nicht bereit, den Antrag der Linken zu unterstützen, ein Aktionsbündnis „Raus aus den Schulden“ auch in Ostwestfalen zu initiieren. Solch ein Aktionsbündnis gibt es bereits im Ruhrgebiet und im Bergischen Land.
Eine weitere Resolution, welche auf dem Kongress des NRW- Gemeindebundes gefasst werden soll, reicht nicht aus. Um die finanzielle Handlungsfähigkeit wieder herzustellen, sind nicht allgemeine Erklärungen, sondern massive Aktionen erforderlich. Nur so kann das Land NRW und die Bundesregierung dazu gebracht werden, die Kommunen zu entschulden und ihre Finanzsituation entscheidend zu verbessern.
Der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetages Dr. Stphan Articus warnte jüngst: „Aufgrund der weltweiten Wirtschaftskrise, sowie vieler durch Bundes- und Landesgesetze festgelegter Leistungen, bleibt den Städten immer weniger Geld, über das sie selbst entscheiden können. Der Preis ist für viele Städte hoch: Sie drohen sich kaputt zu sparen.“
Viele Städte, so auch Löhne, stehen vor dem Kollaps und drohen handlungsunfähig zu werden. Resolutionen schreiben und jammern ist zu wenig.
Um ihre Situation entscheidend zu verbessern, ist es an der Zeit, dass die Städte gemeinsam mit ihren Bürgerinnen und Bürgen durch breit getragene Aktionen politischen Druck ausüben, eben wirklich kämpfen. Hoffnung macht, dass auch die Gewerkschaft ver.di für die Rettung unserer Städte und Gemeinden eintritt und ein Programm zur Wiederherstellung ihrer Handlungsfähigkeit fordert und auch dafür mobilisiert.
Die Löhner Linken würden gerne auf dem Gemeindekongress Mitte März in Essen für breit getragene Aktionen werben.
Eine Beteiligung der Löhner Linken am Gemeindekongress durch eine Erweiterung der Delegation wurde im Stadtrat nicht zugelassen.
Zum internationalen Frauentag grüßt die DIE LINKE in Löhne alle Frauen. Seit mehr als hundert Jahren stehen Frauen am 8. März gegen ihre Benachteiligung im öffentlichen und privaten Leben auf. Vieles hat sich verbessert – auch für Frauen. Für viele Forderungen kämpfen sie heute noch – DIE LINKE kämpft an ihrer Seite.
Für DIE LINKE ist Frauenpolitik keine Nische, wie bei der Löhner Frauenallianz, in der Frauen für Frauen Politik machen. Sie ist eine Aufgabe, die alle politischen Bereiche betrifft. Politische Entscheidungen werden immer noch am Leben von Männern gemessen. Von einer tatsächlichen Gleichstellung der Geschlechter ist die Realität nach wie vor weit entfernt.
Im vergangenen Jahr bekamen Frauen im Durchschnitt 23 Prozent weniger Lohn als Männer für die gleiche Arbeit. Vom Acht-Stunden-Arbeitstag träumt die Mehrheit der Frauen. Von zwei Millionen Pflegebedürftigen werden 1,4 Millionen zu Hause gepflegt - zu 74 Prozent von Frauen. Da hilft auch der neue Vorstoß von Frauenministerin Schröder nicht. Er richtet sich allein an gut verdienende Frauen, die sich eine Lohnkürzung von 25 Prozent leisten können.
Frauen leisten auch in Partnerschaften doppelt soviel Hausarbeit wie Männer und
bekommen mit steigender Haushaltsbelastung immer weniger Gehalt. Pflege, Erziehung und Hausarbeit gelten bis heute nicht als Arbeit. Arbeits- und Mutterschutz sind Worte auf dem Papier. Was macht denn die schwangere Krankenschwester, wenn sie nachmittags alleine auf der Station ist? Sie macht ihre Arbeit – allein.
In NRW arbeiteten 2007 etwa 900.000 Frauen im Niedriglohnbereich. Und: 40 Stunden Erwerbsarbeit würden nicht reichen, um davon zu leben. Mindestlohn gibt es nicht.
Insbesondere die Agenda 2010 ist Frauenfeindlichkeit per Gesetz“, nach Hartz IV steht vielen Frauen keine eigenständige Existenzsicherung zu. Diese bekommen sie nur, wenn sie keine Kinder und Partner haben.“
Die LINKE fordert daher den gleichen Lohn für gleiche Arbeit, einen Mindestlohn von zehn Euro und eine Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich sowie Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz, mehr ambulante Pflege und eine Abschaffung der diskriminierenden Hartz IV-Gesetze.
Stephie Karger
Sprecherin Stadtverband DIE LINKE Löhne
Rede anlässlich der Verleihung des Ehrenringes der Stadt Löhne für 20jährige Ratszugehörigkeit, gehalten in der Ratssitzung am 28.10.2009
Sehr geehrter Herr Bürgermeister,
meine Damen und Herren,
Vielen Dank für die erwiesene Ehrung.
Der mir verliehene Ring ehrt auch alle diejenigen, die meine langjährige Mitarbeit im Rat der Stadt Löhne für das Gemeinwohl unserer Bürgerinnen und Bürger unterstützten. Die Mitlieder der Bunten Liste Löhne und die Initiatoren der Linken – unter den Genannten auch meine Frau – machten das beharrliche Wirken möglich.Global denken – Lokal Handeln“, mit diesem Anspruch sind wir vor 20 Jahren in den Rat gewählt worden. Dieses Anliegen zieht sich wie ein roter Faden durch die Jahre unserer Ratsarbeit. Aus der Opposition heraus konnten wir dazu beitragen, dass entscheidende Themen auf die Tagesordnung gesetzt und dann auch zum Tragen kamen. Von uns wurden Anliegen von Bürgerinitiativen im Rat zur Sprache gebracht. Insbesondere die Initiative „Mobil ohne Auto“ sei an dieser Stelle genannt. Ihr Anliegen war und ist eine Verkehrswende in Löhne und eine lebenswerte Innenstadt.
Die Aktionen der Initiative trugen dazu bei, dass:
Wenn vor 20 Jahren nur Wenige aktiven Klimaschutz in unserer Stadt einforderten, so gibt es heute ein breites Bündnis von Verbänden, Organisationen und Einzelpersonen, die für dieses Anliegen sich aktiv einsetzen. Ich freue mich darüber, dass die überwältigende Ratsmehrheit, die von der Bunten Liste beantragte „Eine Welt Solidarität“ mit Leben erfüllt. Die praktizierte Partnerschaft mit Condega ist beispielhaft für andere Städte. Die Initiative von Städten und Gemeinden „Reformen statt Kahlschlag - Städte in Not“ wurde auch vom Rat der Stadt Löhne unterstützt. Ich erinnere an unsere Demonstration von der Werretalhalle zur alten Feuerwache. Wir sind angehalten, angesichts unserer Haushaltssituation, mehr Initiativen und Aktivitäten zur Sicherung der Kommunalfinanzen zu organisieren. Steuerersparnisse für die Reichen zu Lasten der Armen und den Städten und Gemeinden dürfen nicht hingenommen werden.
Auf Initiative der Bunten Liste hat der Rat eine Bildungsdebatte in unserer Stadt eingeleitet. Leider konnte sich der Rat der Stadt noch nicht für Maßnahmen entscheiden, die erste Schritte einer grundlegenden Schulreform beinhalteten. Die Fraktion der Linken in Löhne wird ihre Erfahrungen vor Ort einbringen, damit gerechte Bildungschancen in dem neu zu wählenden Landtag von NRW entscheidendes Gewicht bekommen und der Weg auch in Löhne dafür freigemacht wird.
Meine Damen und Herren,
Für die zukünftige Zusammenarbeit erhoffe ich ein gutes Gelingen. Wir sind verstärkt gefordert, bedürftigen Menschen in unserer Stadt solidarische Hilfe zu gewähren und diese auch weiterhin beispielhaft für die Menschen in unserer Partnerkommune Condega zu leisten.
In diesem Sinne: Venceremos! (wörtliche Übersetzung: Wir werden siegen)
Vielen Dank für die gewährte Aufmerksamkeit !
Linke fordern rekommunalisierte Energieversorgung
Löhne (nw). Die Löhner Linke versucht im Stadtrat ein ganzes Paket von Themen durchzubekommen. Ulrich Adler und Stephie Karger stellen an das Gremium drei Anträge für die Sitzung am 16. Dezember.
Im ersten Antrag geht es um eine Rekommunalisierung der Energieversorgung. „Die Verwaltung soll diese vorbereiten und eine Energiewende einleiten“, so die Linken. Sie begründen das damit, dass der Verkauf der EMR-Anteile der Stadt und die Privatisierung der Energieversorgung in der Region die Löhner dem Preisdiktat des Energiekonzerns Eon ausgeliefert hätten. „Diese folgenschwere Entscheidung muss rückgängig gemacht werden.“
Für die Energieversorgung müsse eine Eigentumsform geschaffen werden, die den sozialen und ökologischen Herausforderungen der Zeit angemessen ist. Energiepolitik sei Klimapolitik, eine Energiewende notwendig. Erneuerbare Energien müssen vermehrt genutzt werden. Das Erneuerbare-Energiegesetz (EEG) biete Möglichkeiten, kommunal offensiv eine Energiewende einzuleiten.
In der Energiewirtschaft bereicherten sich, so unverschämt wie in kaum einem anderen Wirtschaftsbereich, Großkonzerne auf Kosten der Verbraucher. Strom- und Ölkonzerne blockierten den erwünschten Strukturwandel in Richtung erneuerbarer Energien und sparsamerer Energienutzung.
Der zweite Antrag an den Rat bezieht sich auf Barrierefreiheit in den Schulen. Diese sei zeitnah herzustellen. Es brauche zunächst ein Konzept. „Die Barrierefreiheit an allen Löhner Schulen ist eine materielle Voraussetzung zur Umsetzung der UN-Konvention über die Rechte behinderter Kinder, ihnen ihr Recht auf Bildung ohne Diskriminierung und auf der Grundlage der Chancengleichheit zu sichern“, erklärt Ulrich Adler. Die Möglichkeit der Teilnahme aller Kinder am Unterricht in Regelschulen sei geltendes Völkerrecht.
Antrag Nummer drei handelt von der Sitzordnung im Rat. Die Linken wollen, dass alle Fraktionen von der Zuschauertribüne aus zu sehen sind. Bislang sind das aus baulichen Gründen nur SPD und CDU.

Als der ehemalige Bürgermeister Quernheim stolz verkündigte, dass er es geschafft habe die Buslinien eigenwirtschaftlich, dass heißt ohne zusätzliche Kosten für die Stadt zu vergeben, konnte niemand ahnen, dass das dicke Ende erst noch kommt.
Nichts ist umsonst. Nun sollen die Eltern die Zeche bezahlen.
Es ist völlig klar, dass kein Anspruch auf die Beförderung von Kindern besteht, die unter3,5 km von ihrer Schule entfernt wohnen. In die diesem Fall zeigt sich, bisher bestand vor der Vergabe an das derzeitige Busunternehmen die Möglichkeit ein Kind für 15€ monatlich in den Wintermonaten sicher und trocken zur Schule zu befördern.
Nun werden für die gleiche Leistung 42,50 € fällig. Das ist eine Fahrpreiserhöhung von ca. 280 %, für jedes Kind. Nicht jeder Haushalt kann sich das leisten und so werden die Eltern andere Wege, wie Fahrgemeinschaften finden müssen. Eltern ohne Auto oder Berufstätige sind hier doppelt bestraft.
Einerseits fördert die Stadt Löhne am Klimaschutztag Klimameilen und versucht ein ökologisches Bewusstsein zu schärfen, andererseits wird durch so eine Maßnahme wieder der Individualverkehr gestärkt.
Im Wahlkampf haben sich alle Parteien für Bildung und Unterstützung von Kindern und Familien ausgesprochen, hier ist der erste Beweis wie die Parteien mit Wahlversprechen umgehen werden. DIE LINKE Löhne unterstützt den Antrag der Stadtelternschaft vorbehaltlos und hofft, dass wenigstens ein Zuschuss für die Eltern ermöglicht wird.
DIE LINKE fordert schon lange ein Sozial-Ticket; gerade hier bei uns im ländlichen Raum zeigt sich an dem Beispiel der Schülertickets, dass ein grundsätzliches Umdenken Not tut.
-KJ-