Liebe Bürgerinnen und Bürger
25 Jahre Tschernobyl und 1 Monat Fukushima lässt uns mahnen:
„Der 11. März 2011 muss das Ende des nuklearen Industriezeitalters eingeleitet haben.“
Wir versammeln uns hier, um dazu beizutragen, eine Zeitenwende herbeizuführen.
Die vier Energiemonopolisten RWE, E.on, Vattenvall und EnBW denken nicht an Daseinsvorsorge, sondern nur an den Profit.
Drastischer als bei der Herbeiführung von Weltkriegen und den ungehemmten Ausbau der Atomindustrie, kann nicht deutlich werden, dass die Konzernherren für entsprechende Profitraten bereit sind, jedes Verbrechen zu begehen
Karl Marx belegte dies vor 150 Jahren
Die Konzernherren nehmen immer wieder das Risiko in Kauf, die Menschheit ins Verderben zu führen.
Heute war den Medien zu entnehmen, dass die großen vier Energiekonzerne ihre Zahlungen an den sogenannten Ökofond zur Förderung der erneuerbaren Energien einstellen.
Sie wollen die Gesellschaft erpressen, ihnen die Verlängerung der Laufzeiten der Atomkraftwerke zu gewähren.
Das bringt ihnen schließlich Reinprofite von 50 Milliarden Euro.
Lassen wir uns nicht erpressen!
„Enteignung der erpresserischen Konzernriesen“ muss dringend auf die politische Tagesordnung.
Die Verlängerung der Laufzeiten der Atomkraftwerke und das Festhalten an der Steinkohleverstromung als angeblicher Übergangsenergie blockieren das möglichst rasche Umsteuern auf hundert Prozent erneuerbare Energien.
Wir brauchen die Dezentralisierung, Rekommunalisierung, demokratische Vergesellschaftung und konsequent ökologische und soziale Ausrichtung der Energiewirtschaft.
Trotz Harrisburg 1979 und Tschernobyl 1986 führte die Macht des atomar-industriellen Komplexes zu Fukushima 2011!
Wer nicht von der Industrie gekauft ist, weiß es seit Jahrzehnten: Es gibt keine sichere Atomtechnologie.
Weg mit diesem Teufelszeug, und zwar sofort!
Die Mehrheit der Deutschen wollen kein „Weiter wie bisher“,
Sie wollen eine andere Politik
Die Offenheit für eine ökologische Nachhaltigkeit wächst.
Die Deutschen wollen aus der Atomkraft möglichst schnell aussteigen und auf erneuerbare Energien einsteigen.
Auch der Sachverständigenrat für Umweltfragen der Bundesregierung kam in seiner über 600-seitigen Studie zum Schluss:
„100 Prozent Vollversorgung mit Strom aus erneuerbaren Energien ist möglich, sicher und bezahlbar.
Deutsche sind offen für eine ökologische Nachhaltigkeit
Sie wollen aus Atomkraft möglichst schnell aussteigen, auf erneuerbare Energien einsteigen.
Zudem wird von der Mehrheit der Deutschen zunehmend das Gesamtsystem ökologischen und wirtschaftlichen Handelns kritisch gesehen:
Zur Haltung der Deutschen zur Wirtschaftsordnung ergab eine Untersuchung der Bertelsmannstiftung: 88 Prozent der Deutschen wünschen sich eine „neue Wirtschaftsordnung“ weil der Kapitalismus weder für einen „sozialen Ausgleich in der Gesellschaft“ noch für den Umweltschutz oder für einen „sorgfältigen Umgang mit den Ressourcen“ sorge.
Viele machen sich Gedanken darüber, was wir den nachkommenden Generationen hinterlassen.
Kathedralen, wie die Münsterkirche zeugen von der Visionskraft vieler Generationen vor uns.
Mensch wünschte sich das Paradies auf Erden.
Was bleibt von uns als Hinterlassenschaft?
Atomare Ruinen, ungenießbares Grundwasser, radioaktiv verseuchte Landschaften, die auf Jahrhunderte hin unbewohnbar sind.
Soll der Müll eines Wachstumswahns, der durch unersättliche Profitgier hervorgebracht wurde und sich nicht beseitigen lässt, die prägende Hinterlassenschaft der heute lebenden Zivilisation sein?
Die bisherige Politik lässt zukünftige Generationen ins offene Messer laufen.
Sie ist eine Politik, die langfristig auf Massenmord hinausläuft.
Wir müssen umdenken.
Wir brauchen eine Politik der ökologischen Zeitenwende, die eine zukunftsfähige Repubik ansteuert.
Wir brauchen eine starke Ökologiebewegung, die auch bereit ist, strategisch-politisch die ökologische Neugestaltung der Gesellschaft entscheidend mitzuformen.
Die Ökologische Krise droht, der menschlichen Zivilisation eine Richtstatt zu bereiten.
Wir brauchen einen Quantensprung in der Politik.
Dabei könnten die ersten Schritte in wenigen Jahren getan sein.
Ungefähr alle 8 Minuten schickt uns die Sonne so viel Energie auf die Erde, wie wir in einem Jahr verbrauchen.
Wir alle sind dazu aufgefordert, uns auf den notwendigen ökologischen Wandel einzustellen, notwendige Schritte selbst zu unternehmen, das Verhalten zu ändern, den Stromanbieter zu wechseln hin zu erneuerbaren Energien, den Atomausstieg selber zu machen.
Jede Veränderung beginnt im Menschen, hat dort ihren Vorlauf.
Karl Marx hat vor der Bereitschaft des Kapitals zu jeglichem Verbrechen um des Maximalprofitwillens gewarnt.
Er ist jedoch missverstanden worden, dass es ihm ausschließlich um wirtschaftliche Fragen ging.
In Ost und West ist er so interpretiert worden, als sei die vorherrschende Triebkraft im Menschen seine Leidenschaft, immer mehr haben und konsumieren zu wollen, und dass der Sozialismus ein geeignetes Instrument sei, um zu mehr Produktion und Konsum für alle zu kommen.
Besonders Erich Fromm rief in Erinnerung, dass für Marx das eigentliche Ziel nicht die wirtschaftliche, sondern die menschliche Veränderung war.
Marx forderte die Befeiung des Menschen aus seiner Verkrüppelung, von seiner Entfremdung.
Die sozialistische Gesellschaft war für ihn kein Selbstzweck, sondern ein Mittel zur vollständigen Verwirklichung des Menschen.
Das Thema ist aktuell, wie vor 150 Jahren: Der Mensch hat Vorrang vor der Profitgier.
Wir müssen aufhören mit dem Wachstumswahn,
denn der hat Kriege zur Folge,
systematische Armut
und noch viele weitere Fukushimas
Auch ohne Wachstum können wir „anders besser leben“
Wie?
Darüber sollten wir uns verständigen, unabhängig von unserer Weltanschauung.
Eine Rück – Besinnung wird von vielen gewünscht und neu entdeckt.
Aus dem fernen Osten erinnern wir uns an die Kultur der Stille : Schweigen, Achtsam sein
Das beste unserer abendländischen Zivilisation ist der Wunsch nach gelebter Solidarität, seinem Nächsten zu helfen und ihm beizustehen.
Die von der Bundesregierung einberufene Ethikkommission ist vom Prinzip her nur zu begrüßen.
Wir sollten jedoch sehr auf die Beteiligten achten und genau hinschauen, welche Interessen und Werte werden angesprochen.
Vor allem aber : Wir müssen uns in die Ethikdiskussion einmischen und das auf allen gesellschaftlichen Ebenen.
Und nicht nur reden, sondern auch handeln.
Es gibt nichts Gutes, außer man tut es.
Es geht um das Überleben der Menschheit.
Darum :
Danke für die gewährte Aufmerksamkeit