23. Oktober 2011 OLIVER PLÖGER

Die Aktiengesellschaft "Wir für Vlotho" soll "Noch in diesem Sommer das Geld zurückgeben"

Erklärt sein Konzept: Michael

Erklärt sein Konzept: Michael Schachtsiek (links)

Schemel: "Noch in diesem Sommer das Geld zurückgeben"

Eingezahlte Beträge für "Vlotho-Aktie" sollen laut Linken-Sprecher lieber für "Fair-Trade-Town" genutzt werden

Vlotho (va). Die Aktiengesellschaft "Wir für Vlotho" spürt in diesen Tagen heftigen Gegenwind: Kommentare im Internet, Leserbriefe, jetzt auch eine Reaktion aus der Politik.
Hans Schemel wendet sich als Sprecher der Linken-Fraktion an die Aktionäre der "Wir-für-Vlotho-AG" und schlägt vor, "mit dem Geld etwas sinnvolles für Vlotho" anzugehen.Ideen gebe es genug, sympathisch sei etwa, Vlotho als "Fair-Trade-Town" durchzusetzen.

Gleichzeitig erinnert Schemel an die Informationsveranstaltung der Linken im Oktober und die Frage: "Wenn nur 500 Aktien in sechs Monaten verkauft werden, was passiertmit dem eingezahlten Geld?" Schachtsiek habe laut Schemel erklärt: "Wenn es bis zum Sommer zu keiner Ladenöffnung kommt, kann jeder seine Aktie zurückgeben und bekommt seine 50 Euro zurück." Der Sommer, so Hans Schemel, gehe noch bis zum 22. September. Zeit genug also...

Bereits im September vorigen Jahres sei die Öffentlichkeit über die Finanzierung mit "Trendserv" informiert worden, dennoch hält es Hans Schemel aktuell nicht für überraschend, dass der Rückkaufwert einer Aktie derzeit 33 Cent beträgt.

"Glücklicherweise hat ein Teil der Politik verhindert, dass auch noch öffentliche Gelder versenkt wurden", so Hans Schemel in einer Stellungnahme.

Hans Schemel: "Vielleicht findet sich ja jemand, der im Namen aller Aktionäre zum 23. September eine Rücknahme der verkauften Aktien zum Preis von 50 Euro einfordert." Das könnte auch der Bürgermeister sein, der das Konzept anfangs begrüßt hatte.

"Stadt könnte Kaffee auch fair kaufen"

"Fair Trade" sei in diesem Zusammenhang sinnvoll: "Es gibt in Vlotho viele Geschäfte, die bereits Fair Trade Produkte im Angebot haben. Die Stadtverwaltung kann den benötigten Kaffee ja dort kaufen."

Vorstand Michael Schachtsiek will trotz der Kritik weiter an dem Konzept festhalten, die Leerstände in der Innenstadt mithilfe von Aktionären zu verringern, oder besser: nach dem vermissten "Wir-Gefühl" (VA berichtete) zunächst ein einziges Geschäft.


Voraussetzung dazu sei aber, dass es in den nächsten zwölf bis 18 Monaten eine Wende zum Besseren gibt. Gestern stand der auf der Homepage geschaltete Ticker noch bei 515 verkauften Aktien. Bei 2000 Aktien soll das Geschäft eröffnet werden.

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