14. Dezember 2011 MICHAELA PODSCHUN

Keine Preiserhöhung im Freibad

Die Linken standen gestern Abend

Die Linken standen gestern Abend

Vlotho (va). Die Vlothoer Linken machten gestern Abend vor dem Stadtwerke-Gebäude mobil. Sie demonstrierten gegen die

geplante Erhöhung der Freibad-Eintrittspreise. Darüber stimmte die Gesellschafterversammlung der Stadtwerke gestern ab.

"Nach Informationen aus dem Umfeld der Stadtwerke sollen zu Beginn der Badesaison 2012 die Eintrittspreise im Waldfreibad um bis zu 50 Prozent erhöht werden", heißt es von den Linken. So sollen Kinder künftig statt einen Euro mindestens 1,50 Euro und Erwachsene statt 2,50 künftig 3,50 Euro zahlen. Hans Schemel, Sprecher der Linken in Vlotho, lehnt stellvertretend für den Stadtverband grundsätzlich Erhöhungen der Eintrittsgelder ab. Schemel: "Leider kann unsere Fraktion im Stadtrat nicht gegen die Erhöhung der Eintrittspreise stimmen. Der Stadtrat wird schlicht nicht mehr gefragt und die Gesellschafterversammlung der Stadtwerke kann eigenmächtig die Preiserhöhungen beschließen."

"Geldbörsen von Familien zusätzlich belastet"

Schemel hat in Erfahrung gebracht, dass die "Initiative zur Tariferhöhung offensichtlich von Vertretern der CDU und der Grünen Liste Vlotho ausgeht" und zeigt sich erstaunt:" Wir können nicht nachvollziehen, dass vor allem die Personenkreise, die im letzten Jahr eine Million Euro mehr für die Sanierung des Freibades ausgeben wollten, heute durch Preiserhöhungen die Finanzierung des Waldfreibades sicherstellen wollen. Wir halten das für völlig unsinnig und unsozial."


Auf die sozialpolitische Dimension der noch ausstehenden Entscheidung der Gesellschafterversammlung angesprochen, bestreitet Schemel die Sinnhaftigkeit der Maßnahme: "In Zeiten sinkender Reallöhne, in denen jegliche Lohnerhöhungen durch die Inflationsrate aufgefressen werden, in denen faktisch die Familieneinkommen schwinden, sollen die Geldbörsen vor allem der Familien mit Kindern stärker belastet werden. Wir halten das eindeutig für den falschen Weg, und es zeigt für uns deutlich den Zynismus, mit denen die Verantwortlichen handeln."

Christian Dahm, SPD-Fraktionsschef, ließ vor der Sitzung durchblicken, dass seine Partei gegen eine Preiserhöhung stimmen werde. Die Verteuerung der Familienkarte um 20 Prozent sei nicht vertretbar. "Nach der Freibad-Sanierung die Preise zu erhöhen, finden wir äußerst unglücklich. Zumal die teure Edelstahl-Lösung nicht realisiert worden ist." Die Preiserhöhung mache auch betriebswirtschaftlich keinen Sinn,
da lediglich von einem Plus von rund 7000 Euro ausgegangen werde. "Wir müssen unser Waldfreibad auch zukünftig konkurrenzfähig halten.
Wir müssen weiterhin günstigere Preise haben als andere Bäder", machte Christian Dahm deutlich. Heinz-Friedrich Wattenberg, Fraktionsvorsitzender der CDU, wollte gegenüber dem VA gestern Mittag keine Stellungnahme abgeben: "Ich möchte der Sitzung nicht vorgreifen".

Freibad-Verein diskutiert in der Vorstandssitzung

Auch Ralf Nolte, Vorsitzender des Waldfreibad-Fördervereins, möchte erst die Abstimmung abwarten. "Am Mittwochabend haben wir Vorstandssitzung, wo wir über die Preiserhöhungen diskutieren", so Ralf Nolte. Der gemeinsame Vorstand werde womöglich eine Stellungnahme formulieren. Sabine Niemann, Fraktionsgeschäftsführerin der Grünen Liste Vlotho, verwies auf die nicht-öffentlichen Beratungen, zu denen sie keine Auskunft geben dürfe. Ihre persönliche generelle Meinung sei, dass die Preise des Waldfreibades seit
Jahren nicht erhöht worden seien. Der Zeitpunkt für eine Preis-Diskussion sei aber unglücklich gewählt. Ulrich Ammon, Fraktionsschef der heimischen FDP, gab zu einzelnen Diskussions-Punkten keine Stellungnahme ab. Er verwies aber ebenso generell auf die Tatsache, dass seit 2003 die Eintrittspreise nicht erhöht worden seien. Vlotho habe zwei defizitäre Bereiche: den Taxibus und das Bad.

"Allgemein lässt sich ein Defizit nicht unbegrenzt mittragen."

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Dokument erstellt am 13.12.2011 um 22:25:05 Uhr
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