2. Mai 2013 Andreas Höltke

Kein Werben fürs Sterben

Es ist ein sonniger Donnerstag im beschaulichen Vlotho, als ich, ein Friedensaktivist und Mitglied der Partei DIE LINKE, die Weserstraße entlangfahre und ein so genanntes „Karriere Mobil“ der Bundeswehr besuchen möchte.

 Um ebenfalls über die Karriere beim Bund und deren eventuellen Folgen zu informieren. Denn Schlaflose Nächte, Angstzustände und Depressionen gehören für Hunderte deutscher Bundeswehrsoldaten nach Auslandseinsätzen zum Alltag.

Diese Soldaten leiden an den Symptomen einer posttraumatischen
Belastungsstörung. Betroffen sind vor allem Afghanistan-Rückkehrer. Lange Zeit wurde das Problem in Politik und Armee unterschätzt. Oft dauert es Monate, wenn nicht Jahre, bis die Symptome einer so genannten posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) als solche
erkannt werden.  
Begrüßt wurde ich vom Hausherrn und Frau Oberleutnant Iris Evers-Tigges. In alter Bundeswehrmanier wurde mir direkt mitgeteilt, dass die Bundeswehr für freie Meinungsäußerung stehe und sie das Recht haben die Bürger zu informieren. Jedoch wurde mir gleichzeitig gesagt, dass meine Meinung nicht erwünscht sei und kein  Diskussionsbedarf
bestehe. Selbstverständlich suchte ich dennoch das Gespräch und wies darauf  hin, dass ich lediglich informieren möchte und keinerlei „störende“ Transparente dabei hätte. Daraufhin wurde mir vom Hausherren recht deutlich gesagt, dass dann „ das ganze hier sehr heftig enden würde“. So viel zum demokratischen Verhalten der Bundeswehr und ihrem Gastgeber in Vlotho. Wir sollten nicht akzeptieren, dass die Bundeswehr mit ihrer verharmlosenden Werbestrategie gerade Jugendliche anlocken will. Ob an Schulen, Berufsmessen oder in Jugendzeitschriften – vor dem Gerede von “gut bezahlten Arbeitsplätzen”, „Karrierechancen“ oder der „Verteidigung von Demokratie, Freiheit und Gerechtigkeit“ müssen wir unsere
Jugendlichen schützen. Ich werde immer wieder deutlich machen, dass es sich bei der Bundeswehr nicht um einen „normalen‟ Arbeitgeber handelt! Das Töten von Zivilisten ist keine Ausnahme – der brutale Krieg um wirtschaftliche Interessen ist längst zur Normalität in der ständigen Rohstoffkonkurrenz geworden. Und dass es hier nicht um die Sicherung des Friedens, sondern ganz im Gegenteil um die kriegerische
„Aufrechterhaltung des freien Welthandels und den ungehinderten Zugang zu Märkten und Rohstoffen in aller Welt“ geht, ist sogar den Verteidigungspolitischen Richtlinien für die Bundeswehr selbst zu entnehmen.


„Die Bundeswehr geht über Leichen… Du auch?“ Wir müssen gemeinsam dem falschen Schein der Nachwuchsrekrutierung entgegentreten.