17. Juli 2010 NW Ausgabe Löhne

Adler, Fraktionsvorsitzender DIE LINKE, erwartet „heißen Herbst“ des Protests

Die Linke rief und – nur wenige kamen. Etwas enttäuscht dürfte Ulrich Adler schon gewesen, dass er am Donnerstagabend gerade mal mit 18 Demonstranten über den Rathaus-Parkplatz zog. Löhnes Linkenchef hatte zum Protest gegen die Sozialkürzungen der Bundesregierung aufgerufen. Doch Adler ließ sich von der eher geringen Resonanz nicht den Wind aus den Segeln nehmen: „Das ist heute erst der Anfang zu einem heißen Herbst“, kündigte er an.

Neben ihm gehörte auch Stephie Karger, Mitglied im Landesvorstand der Linken und die parteilose Ratsfrau Marion Schröder zur Demonstrationsspitze. Schröder betont aber gleich, dass „ich nicht in die Partei eingetreten bin und das auch nicht vorhabe. Hier geht es mir um die Sache“.

Die Sache hat laut Ulrich Adler viele Facetten: „Wir werden dieses Sparpaket so nicht hinnehmen“, schimpfte er. Jedes fünfte Kind allein in Löhne lebe in Armut und da komme der Staat mit Kürzungen. „Gerade bei den sozial Schwächsten soll gespart werden: bei Kindern und behinderten Menschen.“ Er verwies auf das Haushaltsloch von 300 Millionen Euro beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe im Bereich der Behindertenbetreuung. „Das trifft nicht nur die behinderten Menschen, sondern bedroht auch Arbeitsplätze vor Ort. Etwa im Wittekindshof“, so Adler.

Der Kahlschlag durch den Bund konterkariere auch die Bemühungen der Kommune vor Ort. Vielmehr sei eine Gemeindefinanzreform von Nöten, die es den Städten ermöglicht ihre sozialen Pflichten besser wahrzunehmen.

Zum Schluss bekräftigte der Initiator seine Unverdrossenheit. „Das ist nur ein kleiner Anfang, viele werden folgen.“ Er hoffe, dass die anderen Ratsfraktionen sich noch anschließen.
NW am 17.7.2010