19. November 2015 Ulrich Adler

„Vielfalt statt Einfalt - Scheitert Deutschland an den Flüchtlingen oder an sich selbst?“

„Mehr als 500 Angriffe auf Asylsuchende gab es allein in den vergangenen Monaten. Deutschland wird mit rechter Gewalt konfrontiert wie seit 1992 nicht mehr, als in Ost und West die Heime brannten! Deutschland hat ein hat ein rechtsextremistisches Problem mit teilweise terroristischen Strukturen. Seit dem Mauerfall sind 180 Menschen durch rechtsradikale Gewalt ums Leben gekommen.

Vortrag und Diskussion

Dr. Ulrich Peter spricht zum Thema:

„Vielfalt statt Einfalt -

Scheitert Deutschland an den Flüchtlingen oder an sich selbst?“

Erinnert sei an den ungeklärten Brandanschlag auf das „Gelbe Haus“ in Löhne Ort im Jahr 2006. Unklar ist, ob es einen Zusammenhang zwischen den jüngsten Vorkommnissen in Volmerdingsen und der Bedrohung von Flüchtlingen in Vlotho gibt. Von den Behörden erleben wir all zu oft Schweigen.

Die innere Sicherheit steht auf dem Spiel – nicht wegen der Flüchtlinge. Sondern weil weder die Polizeien im Bund und in den Ländern noch der Verfassungsschutz willens und in der Lage sind, das Problem wirklich zu bekämpfen.

Es gibt ihn leider, den „Rechtsextremismus in der Mitte der Gesellschaft“. Die einschlägigen Studien der Universitäten Leipzig und Bielefeld („Fragile Mitte -Feindliche Zustände“) dokumentieren seit Jahren, dass bei etwa 15 Prozent der deutschen Bevölkerung ein stabiles, rechtsextremes und fremdenfeindliches Weltbild vorherrscht. Dieses Potential nutzen  PEGIDA und andere rechte Organisationen, um sich bemerkbar zu machen. Und da sind die Flüchtlinge nur der Boden, auf dem sich Ressentiments austoben, sie sind der Anlass und nicht die Ursache. Wir erleben einen beinahe salonfähig gewordenen Rechtspopulisms.

Es ist an der Zeit, sich die Lehren aus der deutschen Geschichte zu vergegenwärtigen: Die Erlebnisse von Angehörigen im Krieg und während der Flucht sind in den Erinnerungen vieler deutscher Familien immer noch Thema. Das Wissen, dass aus Polen zugezogene Bergarbeiterfamilien bei der Industrialisierung des Ruhrgebiets eine gewichtige Rolle spielten und dass Hugenotten aus Frankreich die entstehende Kultur  Preußens  mitprägten, entnehmen wir  aus Geschichtsbüchern . (Um 1700 war jeder 4. Berliner Hugenotte.)

Die Mehrheit der Deutschen hat erkannt,  dass ein gelingendes  Gemeinwesen in Deutschland ohne Einwanderung nicht denkbar war und auch zukünftig eine Chance für unser Land bedeuten kann.  Die entstandene Willkommenskultur in Deutschland  weckt Hoffnung, dass ein erneuter Rückfall  in die Barbarei verhindert werden kann. Wir  brauchen den zivilgesellschaftlichen Widerstand gegen Rechts. Die politisch Verantwortlichen sind zum  Handeln aufgefordert.  „Die Bereitschaft der Zivilgesellschaft, sich einzubringen, halte ich für nötig, damit wir nicht das wiederholen, was in der Weimarer Republik und danach geschah: eine Republik ohne Republikaner oder eine Demokratie ohne Demokraten“, so Uwe Karsten Heye, Journalist und  ehemaliger Sprecher der Regierung von Gerhard Schröder.

Die Veranstalter der  Diskussionsrunde laden alle Interessierten dazu ein, mit dem Historiker  Dr. Ulrich Peter die  Möglichkeiten einer gelungenen Integration der Flüchtlinge und die Chancen wachsender Vielfalt für unsere Gesellschaft abzuwägen. “

Dr. Ulrich Peter ist Historiker und ev. Theologe. Seine Veröffentlichungen enthalten Stellungnahmen zur Wirtschafts- und Sozialpolitik sowie zur Kirchengeschichte der Neuzeit. In der Festschrift „300 Jahre Ev.-luth.. Kirchengemeinde Löhne 1697 – 1997“ schrieb er den Beitrag: „Im Kleinen spiegelt sich das Große – Die Kirchengemeinde Löhne zwischen zwei Weltkriegen“.

Die Diskussionsveranstaltung findet statt:

Datum: Dienstag 15. Dezember

 Zeit: 19:00 Uhr

 Ort: Gemeindehaus Löhne Ort, Bünder Str. 188, 32584 Löhne

 


Veranstalter: / Bund der Religiösen Sozialistinnen und Sozialisten Deutschlands“ (BRSD),  Löhner Bündnis „Gemeinsam für Vielfalt – gegen Rechts“/ / Rosa – Luxemburg-Club – Herford / ver.di Betriebsgruppe Wittekindshof / Volkshochschule Löhne