7. Mai 2015 Ulrich Adler

Befreiung von dem Faschismus

Presseerklärung

„Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem die kroch!“ warnte Bertolt Brecht in einem Parabelstück. In den letzten Tagen konnten wir der Presse aus einer Stellungnahme der LBA entnehmen: „Die Jesiden müssen sich erklären: Gegen Gewalt und rassistische Abschottung….“ Man stelle sich die Situation vor, dass die im 2. Weltkrieg um Asyl angefragten Länder von flüchtenden jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern und Demokraten aus Deutschland eine Gewaltverzichtserklärung erwarten würden.

Solch eine Aufforderung wäre damals und kann sie aktuell nur als zynisch und menschenverachtend bezeichnet werden. Die Löhner Bürgerinnen und Bürger ließen sich von solcher Hetze nicht beeindrucken. Auf der sehr gut besuchten Willkommensveranstaltung für die neuen, ezidischen Besitzer der Ulenburg ließen sie sich aus erster Hand von den Eziden über ihre Kultur informieren . Die Löhner Bürgerinnen und Bürger bekundeten ihre Freude über das „Sanierungsprojekt Ulenburg“ des ezidischen Stiftungsvereins als eine Bereicherung Löhnes. Der unsägliche Sanierungsstau in unserer Stadt wird an markanter Stelle aufgelöst und gibt Hoffnung für eine gute Entwicklung unserer Stadt.

Viele ältere Bürgerinnen und Bürger, ehemals im Osten Deutschlands gebürtig, erinnern sich daran, dass auch sie – vor 70 Jahren – eine gute Aufnahme in der Stadt Löhne erhofften und sie dann auch bekamen. Auch sie mussten vor dem Kriegsfolgen flüchten. Am 8. Mai 1945 wurden ganz Europa und die Welt von der Geißel des Deutschen Faschismus befreit. Wir alle, die wir heute leben verdanken die Grundlagen eines Lebens in Frieden Freiheit und Vielfalt den SiegerInnen des 8. Mai. Daran erinnerte auch Bundespräsident Gauck im Gedenken an die Ermordung russischer Kriegsgefangener in Stukenbrock. Die Menschenverachtung der Faschisten - auch gegen das deutsche Volk - wurde in dem Film „Der Untergang“ dargestellt. „Die Deutschen hätten den Untergang verdient, weil sie sich ihren Gegnern gegenüber als zu schwach erwiesen hatten“ wurde der Diktator Hitler in dem Film sinngemäß zitiert. Diese belegt Äußerung verdeutlicht die Geisteshaltung der Faschisten und zeigt eindeutig, dass auch das deutsche Volk befreit wurde. Diese Menschenverachtung darf nie wieder zugelassen werden. Wehret den Anfängen!