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20. Oktober 2016 Eva Peseke

Einig für eine Schule für alle Kinder

Bildungspolitik: Auf Einladung des Kreisverbandes DIE LINKE. Herford diskutierten am Donnerstag den 06.10.2016 ExpertInnen und Betroffene über Sinn und Unsinn von Gesamtschulen und die Folgen von Abschulungen

Damit jedes Kind in seiner Unterschiedlichkeit akzeptiert und bestmöglich gefördert wird, braucht Herford mehr Einheitsschulen. Diese These hätten am Donnerstagabend im Bürgerzentrum "Haus unter den Linden" wohl alle Diskutanten unterschreiben können.
Die Zukunft der Herforder Schulen beschäftigt SchülerInnen, LehrerInnen und Politiker Innen spätestens seit diesem Sommer wieder verstärkt. Diskussionen um neue Realschulformen, Abschulungen und eine mögliche zweite Gesamtschule sorgen für Zündstoff. Über diese Situation und bildungspolitische Herausforderungen im Allgemeinen wollten im HudL auch die Gäste mitdiskutieren. Die waren sich mit den Diskutanten auf dem Podium - Herfords Beigeordnete Birgit Froese-Kindermann, Heidrun von der Stück vom Landesverband Die Linke, Bezirksschülersprecher Maximilian Reeck und Uta Kumar vom NRW-Bündnis "Eine Schule für alle" - aber einig, dass sich dringend etwas ändern muss. Die Bundestagsabgeordnete Inge Höger modertierte die Veranstaltung. Heidrun von der Stück zitierte eine Studie der Rosa Luxemburg Stiftung, wonach das Modell Sekundarschule längst gescheitert sei. Viele würden längst in Gesamtschulen umgewandelt. Letztere Schulform war auch für Schülersprecher Maximilian Reeck die richtige. Er berichtete aus eigener Erfahrung wie herausfordernd ein Schulwechsel für Kinder und Jugendliche sein kann.
"Über ein zehnjähriges Kind zu urteilen, in welcher Schulform es Erfolg haben wird, ist ein Unding", sagte Frau von der Stück. Eine Abschulung sei oft ein negativer Stempel für die SchülerInnen. Birgit Froese-Kindermann bemängelte, dass das Schulsystem in den 90er Jahren noch durchlässiger gewesen sei. "Der Wechsel von der Realschule zum Gymnasium war damals einfacher."
Sie befürwortete eine zweite Gesamtschule: "Wenn ein integratives System neben einem mehrgliedrigen steht, wird es verantwortlich für alle Schüler, die Gymnasium oder Realschule nicht schaffen. Bei einer zweiten Gesamtschule verteilt sich das."
Dann käme es auch nicht mehr zu Situationen, wie die, als in den Sommerferien an der Gesamtschule Friedenstal eine zusätzliche Klasse gebildet werden musste, um alle abgeschulten Kinder im Stadtgebiet aufzunehmen. Eine Alternative zur Gesamtschule favorisierte Frau Kumar: Eine Schule für alle, gemeinsam lernen von der ersten bis zur zehnten Klasse. Hierfür bekam sie viel Zuspruch. Denn das hierarchische gegliederte Schulsystem ist in hohen Maße sozial selektiv und verfestigt die bestehende soziale Ungleichheit.
Fünf Jahre nach dem sogenannten Schulfrieden sind wir von einer Schule für alle weiter entfernt als je zu vor. NRW hat die meisten Privatschulgründungen. Für viele Eltern wird die Entscheidung zu welcher Schule schicke ich mein Kind immer undurchsichtiger. Frau Uta Kummer wies darauf hin, dass es die Politik ist, die für die Schulentwicklung verantwortlich ist.