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18. September 2017

Warum ein junger Politiker für die Linke kandidiert

Interview mit unserem Direktkandidaten Fabian Stoffel in der Neuen Westfälischen am 31.08.17.

Bundestagswahl 2017: Mit Fabian Stoffel tritt ein 22-Jähriger für die Linke an. Er würde gern Inge Högers 
Arbeit in Berlin fortsetzen und setzt auf mehr soziale Gerechtigkeit


Herford. Einen Bundestagskandidaten stellt man sich anders – also gesetzter und älter – vor. Fabian Stoffel ist gerade einmal 22 Jahre alt, aber schon seit 2012 in der Partei Die Linke aktiv. Die Leidenschaft für Politik wurde geweckt als er in der neunten Klasse ein Schülerpraktikum im Linken-Büro der langjährigen Bundestagsabgeordneten Inge Höger machte. Ein paar Jahre später macht er sich nun auf den Weg, um Högers Nachfolge auf Bundesebene anzutreten.

Er ist ein neuer Typus Politiker, unverbraucht, den Kopf vor allem voller junger Themen. Wir trafen den Studenten an seinem Lieblingsplatz in Herford, der Fußgängerbrücke zwischen Weddigenufer und Salzufler Straße.

Dort, am Weddigenufer ist er aufgewachsen und vier Jahre lang über die Brücke und dann über die Parkstraße zur Grundschule Stiftberg gegangen, sagt Stoffel. Von seinem Elternhaus war er auch regelmäßig unterwegs zur Lübberstraße. Dort hat Fabian Stoffel Kampfsport betrieben

Nach der Grundschulzeit kam der Umzug nach Hiddenhausen, wo die Eltern gebaut haben. Dort wohnte Stoffel bis zum vergangenen Jahr, hat seinen Zweitwohnsitz jetzt in Bielefeld, wo er im vierten Semester Sozialwissenschaft und Politikwissenschaft studiert.

In Hiddenhausen besuchte Stoffel die Olof-Palme-Gesamtschule, schloss dort 2015 mit dem Abitur ab. Seine Liebe zu (linken) politischen Themen kam schon früher. „Meine Eltern gehören zur neuen Arbeiterklasse", sagt Stoffel. Der Vater gelernter Kaufmann, dann der Wechsel in die Logistikbranche, die Mutter stets prekär beschäftigt in der Kinderbetreuung oder jetzt im Fahrdienst des Johannes-Falk-Hauses.

Sein Elternhaus sei sozialdemokratisch geprägt gewesen – bis zur Agenda 2010 unter Kanzler Gerhard Schröder. „Da ging es uns wie vielen anderen Sozialdemokraten – wir waren enttäuscht." Stoffel zeigt hier klare Kante: „Diese Agenda treibt viele in die Armut. Die großen Parteien haben sich weit von der Lebenswirklichkeit der kleinen Leute entfernt. Den Politikern droht keine Altersarmut, die genehmigen sich selbst ihre Diätenerhöhungen."

Ausgerechnet dort will er also hin, nach Berlin. „Ja, das will ich. Auch wenn es schwer sein wird. Aber Deutschland ist ein reiches Land, doch der Reichtum ist ungerecht verteilt", sagt Stoffel. So verfügten immer weniger Menschen über immer mehr Werte, der große Rest der Bürger sei abgehängt. „Die meisten Menschen arbeiten hart und haben großen Anteil am wirtschaftlichen Erfolg der Bundesrepublik. Doch sie haben keinen finanziellen Anteil daran. Das muss sich ändern", sagt Stoffel. Und plädiert für die Reichensteuer. Wer mehr als eine Million Euro besitzt, soll demnach fünf Prozent auf den Mehrbetrag entrichten.

Und er ist ganz auf Linken-Linie, wenn er die Abschaffung von Hartz IV und stattdessen die sanktionsfreie Mindestzahlung von 1.050 Euro fordert. Mit drei Kernforderungen zieht er in den Wahlkampf: Reichtum gerecht verteilen, die Umwelt schützen und Frieden schaffen ohne Waffen.

An den bisherigen Amtsinhabern im Kreis übt Stoffel Kritik. Besonders Stefan Schwartze (SPD) geht er hart an: „Der sitzt als Hinterbänkler in Berlin und schwenkt sein Fähnlein im Wind, stimmt oft anders ab als er im Wahlkreis angekündigt hat." Schwartzes Vorgänger, Wolfgang Spanier habe mehr Charakter bewiesen und in seiner aktiven Zeit zum Beispiel gegen Kriegseinsätze gestimmt.

Fabian Stoffel verfolgt hier ganz Inge Högers Linie, deren Nachfolge im Bundestag er gern anträte. „Ich müsste dazu das Direktmandat holen, das wird Tim Ostermann nicht schmerzen, der ist ja über die Liste abgesichert", scherzt Stoffel.

Seinen Wahlkampf führt der Polit-Youngster auf allen sozialen Plattformen im weltweiten Netz. Politische Erfahrungen hat er im Kreistag gesammelt, wo er der zweiköpfigen Fraktion mit Andreas Höltke vorsitzt. Er ist Mitglied im Kreisvorstand der Linken und hat Ambitionen auf Landesebene aktiv zu werden. Dabei gehe es ihm nicht persönliche Vorteile sondern um die linke Idee.

Stoffels Vision für die Rente: Eine Erwerbstätigenversicherung nach österreichischem Modell, eine Bürgerkrankenversicherung in die jeder Erwerbstätige einzahlt und eine Ausbildungsumlage für die Firmen, die nicht ausbilden wollen.