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15. April 2014 Ulrich Adler

Bericht über die Veranstaltung „Global Denken – Lokal Handeln mit Wolfgang Methling

Die Rosa-Luxemburg-Club Herford und die Ratsfraktion Die Linke Löhne diskutierten am Montag, den 14. April in der Werretalhalle mit Prof. Dr. Wolfgang Methling über die Energiewende. Der ehemalige Umweltminister von Mecklenburg-Vorpommern arbeitete in seinem Vortrag die Bedeutung des verantwortlichen Handelns vor Ort heraus.

„Die Praxis der Energiewende muss dezentral und bürgernah stattfinden.“, hob der Umweltexperte hervor. In der  gut besuchten Diskussionsveranstaltung (knapp 30 TeilnehmerInnen) machte Prof. Dr. Methling zunächst den explodierenden weltweiten Anstieg der CO2-Werte deutlich. Er verdeutlichte deren Auswirkung auf die Erderwärmung  und dessen verheerenden Folgen: Die Treibhausgasemissionen sind global im letzten Jahrzehnt jährlich um über 2 Prozent angestiegen, stärker als in den Dekaden davor. Wenn es nicht zu einem entschiedenen politischen Kurswechsel kommt,  ist mit einer Erderwärmung von 3,7 bis 4,8 Grad bis zum Jahr 2100 zu rechnen und danach noch ein weiterer Anstieg. Das würde die Welt in einer Weise verändern, an die keine Anpassung mehr möglich ist. Die Welt wäre kein lebenswerter Ort mehr. Deswegen hob Wolfgang Methling hervor: „Der sozial-ökologische Umbau muss vom Nebenpfad zum Hauptpfad in der Politik werden.“  Die aktuelle Reform des Erneuerbaren Energien Gesetzes (EEG) bezeichnete er als eine „Energiewende-Bremse“. Er kritisierte, dass Strompreisprivilegien für die Industrie weitgehend erhalten bleiben sollen. Der linke Umweltpolitiker forderte, dass die Bundesregierung mehr für Gerechtigkeit bei der Kostenverteilung bei der Energiewende sorgen müsse und der Strompreisanstieg für Normalverbraucher gestoppt werden müsse. Prof Methling machte deutlich, dass nicht die Erneuerbaren Energien die Kostentreiber sind, sondern das fossil-atomare Energiesystem. In der Diskussionsveranstaltung wurde die besondere Bedeutung des Ausbaus der Erneuerbaren Energien herausgestellt. Bundesweit hat sich der Anteil der Erneuerbaren Energien bis heute  auf 25 Prozent erhöht. Um den Klimakollaps zu verhindern muss in den Städten und Gemeinden  entschieden mehr getan werden. In der Versammlung wurde kritisiert, dass in der Stadt Löhne der Anteil der Erneuerbaren Energien nur bei 5 Prozent liegt, es also viel zu tun gibt. Möglichkeiten mehr Photovoltaik-Anlagen, Windräder und Biogasanlagen, basierend auf biologischen Abfallstoffen, in der der Region zu errichten wurden erörtert und abgewogen. Es  wurde diskutiert, wie Stadtwerke entschiedener  die Erneuerbaren auf den Weg bringen können und für Klimagerechtigkeit und Verbraucherschutz sorgen können . Zum Schluss der Veranstaltung wurde angesprochen, wie die  derzeitige Bundesregierung durch den Zubau der Erneuerbaren Energien mit einem Ausbaudeckel und mit massiven Förderkürzungen die Energiewende auszubremsen drohe. Dies sei Klientelpolitik für klimaschädliche Kohlekraftwerke und die angeschlagenen Energiekonzerne. Eine Beteiligung an einer großen Demonstration in Berlin am 10. Mai für die Energiewende und gegen Fracking, Kohle und Atom wurde von vielen Diskussionsteilnehmern befürwortet.