

Mein Bewerbungsblatt für die Delegierten (...)
-Löhne- Mit dem Sitz im Landtag hat es nicht geklappt, doch in den Landesvorstand ihrer Partei ist sie gewählt worden: Stephie Karger von der Linken hat es als einziges Mitglied aus Ostwestfalen-Lippe in das NRW-Führungsgremium geschafft. Ihr reichte bei der Versammlung ein Wahlgang. Dem Landesvorstand gehören 24 Politiker an. Karger ist außerdem Sprecherin des Gewerkschaftsflügels innerhalb der NRW-Linken und engagiert sich für die Belange der Beschäftigten.
NW am 16.7.2010

Vor wenigen Tagen hatte sie Geburtstag. Freunde haben ihr Pflanzen für den Garten geschenkt. „Die müssen in die Erde“, sagt Stephie Karger. Die Landtagskandidatin der Linken hat in der Endphase des Wahlkampfes allerdings wenig Zeit für Gartenarbeit, bei der sie sonst Entspannung findet.
Die 51-Jährige lebt in einem kleinem, weißen Häuschen an der Schierholzstraße. Von ihrem Wohnzimmer bietet sich der Blick auf eine Weide. Seit knapp zehn Jahren lebt Stephie Karger in Löhne. Und was wäre ein Haus, direkt an einer Weide gelegen, ohne Haustiere? Schnauzer Benji und Kater Michel gehören zum Haushalt. „Der Kater ist der Chef“, sagt Karger lachend.
Chef ist das passende Stichwort für ihre Motivation, sich im Betriebsrat des Herz- und Diabeteszentrums zu engagieren. „Ich bin gelernte Krankenschwester und habe mehr als 20 Jahre in der Pflege gearbeitet“, sagt Karger. Einer ihrer Chefs war auch Professor Rainer Körfer. „Der hat eine Menge gefordert und war natürlich Teil eines hierarchischen Systems“, erinnert sie sich.
Da habe sie immer wieder den Eindruck gehabt, dass sich Kollegen bei Vorgesetzten einschmeicheln mussten, um zu ihren Rechten zu kommen. „Das kann nicht die Lösung sein. Und dann habe ich beschlossen, im Betriebsrat mitzumischen.“
Gewerkschaftsmitglied war die Krankenschwester schon eine halbe Ewigkeit, bevor sie als Verdi-Aktivistin 1998 in den Betriebsrat gewählt wurde. Seit 2002 ist sie freigestelltes Mitglied und so während ihrer gesamten Arbeitszeit die gewählte Interessenvertreterin ihrer Kolleginnen und Kollegen. Sich für andere stark zu machen – das wurde der 51-Jährigen in die Wiege gelegt. „Ich bin die älteste von sechs Geschwistern und musste seit frühester Kindheit Verantwortung tragen.“
Noch heute spielt ihre Familie eine entscheidende Rolle in ihrem Leben. Eigene Kinder hat Karger nicht. Für die jugendlichen Elemente in ihrem Leben sorgen auch ihre neun Nichten und Neffen.
Aufgewachsen ist Stephie Karger in Lübbecke. Nach ihrer Ausbildung wollte sie eigentlich raus aus OWL. „Ich habe mich beim Deutschen Entwicklungsdienst beworben. Dann habe ich einen netten Oeynhausener kennen gelernt und bin geblieben“, sagt sie. Bereut hat sie diese Entscheidung nicht. „Wenn ich mal fünf Tage in Berlin war, dann freue ich mich schon wieder auf meine Pferdewiese in Löhne.“
Aktiv in der Politik ist Karger seit knapp zehn Jahren. Dass sie der Weg automatisch zur Linken führen würde, war nicht klar. „Ich komme aus einem sozialdemokratisch geprägten Elternhaus. Und 1998 habe ich noch grün gewählt.“
Dann ging es ihr wie vielen Wählern. Mit dem Beginn der Agendapolitik unter dem damaligen SPD-Bundeskanzler Gerhard Schröder wuchs ihre Enttäuschung über das Rot-Grüne-Projekt.
Schrittweise hat sich Karger der damaligen PDS angenähert. Und den Widersprüchen dieser Partei. Dass die SED-Nachfolgepartei ein schweres Erbe verwaltet, steht für sie außer Frage. „Wenn man in einem System lebt, wie es in der DDR existiert hat, gibt es immer verschiedene Möglichkeiten.“
Sie beschreibt den Spannungsbogen zwischen Jugendweihe und Konfirmation. Wäre sie selbst eher regimekritisch gewesen oder hätte sie den Staat als Parteimitglied unterstützt? „Ich weiß nicht, wie ich mich verhalten hätte.“ Es sei zu einfach aus einer bequemen Position klar auszuschließen, sich nicht den Zwängen eines Systems zu beugen.
Bequem, so viel ist für Karger sicher, würden weder die Linken noch sie als Abgeordnete im Düsseldorfer Landtag sein. In die Wahl geht sie ganz gelassen. „Wenn es nichts wird, ist das kein Drama. Ich habe einen Job der Spaß macht und ein schönes Umfeld. Wenn ich gewählt werde, dann freue ich mich schon jetzt darauf, an der nächsten Ratssitzung als Landtagsabgeordnete teilzunehmen.“
NW Löhne am 5.Mai 2010, von D. Windmöller
Bünde. Für eine Schicht auf der Unfallstation des Lukas-Krankenhauses warf sich Stephie Karger, Landtagskandidatin der Partei Die Linke, wieder in ihre alte Dienstkluft. Die examinierte Krankenschwester arbeitet sonst als freigestellte Betriebsrätin im Herz- und Diabeteszentrum Bad Oeynhausen.Auf Einladung des Krankenhauses informierte sich die... Mehr...
Im ver.di Institut für Bildung, Medien und Kunst fand am 16. März 2010 im Rahmen der ''Hörster Gespräche'' eine Diskussionsveranstaltung mit Kandidatinnen und Kandidaten zur Landtagswahl in NRW statt. Das Thema lautete:„Wirtschaftskrise und die Zukunft der Arbeit – welche Politik braucht NRW?“ Befragt wurden Kandidatinnen und Kandidaten... Mehr...
Die Verstaatlichung von Banken ist für Stephie Karger nur eine logische Konsequenz aus dem Bankenrettungsprogramm. Als Abgeordnete will sich die Löhnerin für eine bessere finanzielle Ausstattung der Kommunen stark machen. Wie realistisch sind Ihre Chancen, in den Landtag einzuziehen? Als Linke habe ich nur die Chance über die Landesliste in... Mehr...
Auf Einladung der Schülervertretung des Gymnasiums Löhne diskutieren die Schüler mit den Landtagskandidaten. Auf dem Podium saßen Chris Bollenbach, der für die CDU bereits im Landtag sitzt und dort bleiben möchte, Angela Lück (SPD), Olaf Birkenstock (FDP), Stephie Karger und Rainer Klute (Piratenpartei).
Schülersprecher Philipp Breder, der die Diskussion gemeinsam mit Julia Wiechelmann moderierte, hatte die Kandidaten gleich zu Beginn eingenordet: „Kein Geschwafel, kurz und knackig soll es sein.“
Besonders wichtig war den Schüler naturgemäß das Thema Bildung. Da wurden auch die Unterschiede besonders deutlich. Auf der einen Seite steht der CDU-Mann Chris Bollenbach: „Ich bin kein Freund von Schulstrukturdebatten.“ Aus seiner Sicht muss das dreigliedrige Schulsystem erhalten bleiben. „Wir werden dafür sorgen, dass die Klassen kleiner werden und dass die individuelle Förderung ausgebaut wird.“
Dieser Ansatz reicht SPD, Grünen und Linke nicht aus. „Längeres gemeinsames Lernen bis zur Klasse 6 ist unser Ziel“, so Angela Lück. Für Stephie Karger ist das gemeinsame Lernen sogar bis zur 10. Klasse eine zentrale Forderung.
Aus dem Publikum kamen viele konkrete Fragen: "Wie wollen Sie denn kleinere Klassen finanzieren", wollte eine Schülerin wissen, woraufhin Angela Lück (SPD) die Einführung einer Börsenumsatzsteuer ins Feld führte.
Stephie Karger forderte die Einführung einer "Reichensteuer". "Wir sind eines der reichsten Länder der Welt. Geld ist vorhanden, nur wird es an die falschen Stellen verteilt. Wir haben Geld für die Banken, aber nicht die Schulen unserer Kinder."
Die Vorstellung einer Gemeinschaftsschule traf am Gymnasium nicht nur auf Fans. „Gymnasiasten und Hauptschüler können sich nicht leiden. Wie soll das funktionieren?“ fragte ein Schüler. Stephie Karger: „Wenn Sie bis heute gemeinsam mit Hauptschülern gelernt hätten, dann wäre es zu einem solchen Denken gar nicht erst gekommen. Hätte man sie nicht so früh auseinander dividiert, wäre jetzt klar, Gymnasiasten sind nicht arrogant und Hauptschüler sind nicht doof.“
In der offenen Fragerunde blieb Angela Lück die Frage nach der Rot-Roten Koalition nicht erspart. „Wir wollen Rot-Grün. Die Linke ist nicht regierungsfähig.“Aber: „Koalitionsverhandlungen werden nach der Wahl gemacht.“ Als „Klares Jein“ wertete Moderator Philipp Breder diese Antwort. Stephie Karger: Rüttgers abzuwählen reicht nicht aus; ich fordere einen klaren Politikwechsel und der ist in NRW nur mit einer starken LINKEN im Landtag zu machen.
Die Schüler zogen eine positive Bilanz. „Das hat mir für die Wahlentscheidung geholfen, weil die Positionen der Politiker zu erkennen waren. Allerdings waren manche Politiker unsympathischer als ich ihre Partei finde“, so Annika Niedermaier.
Im Elsbach-Haus stand Stephie Karger heute für die Radio-Hörer im Kreis Herford Rede und Antwort. Redakteur Björn Haubrok begrüßte Stephie Karger beim Sender und interviewte sie zu den Beweggründen ihrer Kandidatur.
mehr unter Radio Herford . . .
Mit gut 200 TeilnehmerInnen war die Gewerkschaftspolitische Konferenz am 17. April 2010 ein echter Erfolg ! Mit Oskar Lafontaine und Klaus Ernst sprachen zwei wichtige Vertreter der Partei DIE LINKE zu den Teilnehmern. Mit Rainer Einenkel (Betriebsratsvorsitzender von OPEL in Bochum), Ulrike Kleinebrahm (1. Bevollmächtigte der IG Metall Bochum) oder Susi Neumann Betriebsrätin aus dem (Gebäudereinigungshandwerk Gelsenkirchen) traten wichtige Gewerkschafter aus dem Ruhrgebiet selber auf.
In den Plenumsdebatten an denen über 150 GewerkschafterInnen teilnahmen, zeigte sich der Sachverstand der Anwesenden und erbrachte auch wichtige Anregungen für die Weiterarbeit. Mit dabei Stephie Karger, die von ihren Erfahrungen als Krankenschwester und Betriebsrätin berichten konnte. Sie gab der Diskussion und Meinungsbildung wichtige Impulse.
Auf dem Höhepunkt des Wahlkampfes in NRW hat die AG Betrieb & Gewerkschaft im Bochumer „Jahrhunderthaus“ der IG Metall eine Veranstaltung organisiert, die nachwirken wird.
Linken-Landtagskandidatin Stephie Karger ist Betriebsrätin am Herz- und Diabeteszentrum
Von Isa von Bismarck-Osten
Löhne-Bahnhof (HK). Stephie Karger ist eine Frau mit Chuzpe. Als Betriebsrätin am Herz- und Diabeteszentrum in Bad Oeynhausen setzt sie sich ein: für gemobbte Kolleginnen, überarbeitete Krankenschwestern und unerfahrene Ärzte. Bei der Landtagswahl am 9. Mai kandidiert sie für die Linken.
Als Gefährten hat die Krankenschwester einen bissigen Hund aus dem Heim. »Ich habe keine Angst«, sagt sie resolut und stellt gleich zu Beginn des Gesprächs klar, dass es kein Foto von ihr am Herd geben werde. Die 50-Jährige findet es »dämlich«, wenn Politikerinnen sich in der Küche ablichten lassen.
Später wird es dann ein Foto mit Schnauzermischling Benji vor dem Haus. Doch ein Klischee? Ein Löhner Verschnitt von Obama und Bo? Wohl nicht. Benji trägt Maulkorb. »Die haben Zigaretten auf ihm ausgedrückt«, erzählt sie. »Muss mich ja immer kümmern.«
Kümmern, helfen, da sein für Andere. Rot wie die Farbe ihrer Partei zieht sich der Faden durch das Leben der Linken-Politikerin. So wie sie sich als Älteste um ihre fünf Geschwister kümmerte, tritt sie heute ein für Kolleginnen, »die vor Angst schlottern«, weil sie der Chef laut angegangen ist. Für Krankenschwestern, die die Station wechseln wollen. Und für Ärzte, die wenig Erfahrungen mit der Hierarchie eines Krankenhauses haben.
Sie ist auch diejenige, die einen Exhibitionisten aus dem Schwesternwohnheim warf. »Ich war empört«, sagte sie. »Nackte Männer habe ich mehr gesehen, als ich Lust habe.« Wütend habe sie den nackten Mann zur Tür herausgeschubst. »Ich war schon immer Mutti vom Ganzen«, sagt sie.
Stephie Karger ist Krankenschwester am Herz- und Diabeteszentrum in Bad Oeynhausen. 15 Jahre arbeitete sie dort auf der Transplantations-Station. Dort, wo Menschen sterben, wenn sie kein Spenderherz bekommen. Wo Patienten 20 bis 25 Medikamente am Tag bekommen müssen. Wo sie sich bei jedem Rauschen von Hubschrauberrotoren fragte: »Haben wir ein Bett frei? Könnte das das Herz sein?«
Seit neun Jahren ist die 50-Jährige freigestellt, ist stellvertretende Betriebsrätin für 1800 Mitarbeiter. Am 13. April stellt sie sich erneut zur Wahl, als Zweite auf der Verdi-Liste. Noch eine Wahl. Für Stephie Karger einer von vielen Terminen in ihrem überfüllten Kalender. Der Planer einer Frau, die im Stadtrat sitzt, die fast jedes Wochenende im Zug verbringt, weil sie sich außerdem noch als Verdi-Bezirksvorsitzende und Sprecherin des Arbeitnehmerflügels der Linken in NRW engagiert.
Die Löhnerin sitzt am Esstisch, eine Tasse Rooibos-Tee in ihren Händen. Sie kann auch entspannen. Sie kennt die Mechanismen, die sie dazu bringen, dass sie ganz raus kommt. Dann lässt sie ihr Handy zuhause, zieht ihre alten Stiefel an, nimmt Benji an die Leine und geht an der Werre spazieren. Jeden Tag eine Stunde. Etwas langsamer als früher. Benji ist älter geworden. »Er hat einen Herzfehler, ein Loch im Herz«, sagt sie. Dann muss sie lachen. »Damit ist er ja bei mir gut aufgehoben.«
Karger wohnt alleine in ihrem weißen Haus in Löhne-Bahnhof, um sie herum Wiesen, eine Holzscheune. Zu dritt wohnen sie dort zur Miete - Mischling Benji, Kater Michel und sie. Die Krankenschwester hat nicht geheiratet, hat keine Kinder. Sie hat Neffen und Nichten, deren Fotos bei ihr im Flur hängen, die sie verwöhnt - mit Hochseefischen auf Teneriffa und Reisen nach Pompei.
Überhaupt ist die 50-Jährige ein Familienmensch. »Hab' immer einen Fuß in der Familie. Das ist mir ganz wichtig«, sagt sie. Vier ihrer Geschwister wohnen in Ostwestfalen. Ihr Freund ist auch bei den Linken aktiv und unterstützt sie. Dass er politisch ähnlich denkt, ist ihr wichtig. Ihre Vorstellung einer Partnerschaft: »Ich will Augenhöhe.«
Wenn es jetzt wärmer wird, will Stephie Karger raus in den Garten, Erde in ihren Händen spüren, in ihrem Beet hinter dem Haus. Fastfood, Convenience-Produkte - für die Löhnerin sind das Fremdworte. Wenn sie kocht, dann gleich für zwei, drei Tage. »Wenn drei, vier Leute kommen, krieg ich die immer satt, auch wenn sie unangemeldet vor der Tür stehen«, sagt sie.
Zum Abschluss spricht Stephie Karger über die Wahl am 9. Mai, sagt: »Ich hab' ein gutes Leben hier wo ich bin. Ich brauche den Landtag nicht zum Glücklichsein.« Man nimmt es ihr ab.
Westfalenblatt Artikel vom 31.03.2010
Was hat dich in letzter Zeit am meisten überrascht?
Wie ihr an mich gekommen seid für diese Fragen
Was ist für dich links?
Über dieses Thema sind schon Bibliotheken voller Bücher geschrieben worden, ich denke wenn wir das Thema Soziale Gerechtigkeit erlebbar machen für die Menschen, dann sind wir einen Riesen Schritt in die richtige LINKE Richtung gegangen.
Worin siehst du deine größte Schwäche, worin deine größte Stärke?
Stärke- dass ich gut zuhören kann Schwäche – dass ich so naiv bin erst mal zu glauben was mir erzählt wird
Was war dein erster Berufswunsch?
Tierärztin bei Daktari im Afrikanischen Busch
Wie sieht Arbeit aus, die dich zufrieden macht?
Genau so, wie ich es jetzt erlebe als Betriebsrätin in einer Klinik, und auch ehrenamtlich als ver.di Bezirksvorsitzende
Wenn du Parteivorsitzende wärst ... (... würde ich ...)
totunglücklich sein, deshalb strebe ich ein solches Amt nicht an.
Was regt dich auf?
Wenn gegen besseres Wissen Dinge vorangebracht werden nur weil es mal so beschlossen wurde.
Wann und wie hast du unlängst Solidarität gespürt?
Als es darum ging spontan einen Empfang für den diesjährigen 8. März in meiner Klinik zu organisieren
Wovon träumst du? (was, wann, wie oft)
Von einer Welt ohne Krieg in der Menschen respektvoll alle Recourcen miteinander teilen
Wofür gibst du gerne Geld aus?
Gutes essen- sieht man leider auch, und zum Verwöhnen meiner 9 Nichten und Neffen.
Möchtest du (manchmal) anders sein, als du bist? (wann?)
Ich nehme mir heraus so zu sein wie ich bin. Inzwischen bin ich damit nicht immer glücklich, aber doch recht zufrieden.
Müssen Helden und Vorbilder sein? (Meine/r sind bzw. ist ...)
Ja , aber ich habe es da mehr mit den Helden des Alltags. Für mich ist jede Lidel Verkäuferin, die sich gegen die unerträgliche Willkür ihres Konzerns auflehnt und für ihre und die Rechte ihrer Kolleginnen kämpft eine Heldin.
Wann fühlst du dich gut?
Wenn ich nach einer langen Arbeitswoche ausschlafen kann und dann
den ganzen Tag mit meinem Freund verbringen kann.
Wo möchtest du am liebsten leben?
Hier in der Ostwestfälischen Provinz. In der Nähe von Familie und Freunden. Nur das Wetter könnte besser sein.
Worüber/Mit wem lachst du besonders gern?
Mit einer Freundin in der Sauna, wenn wir über Gott und die Welt und sicher nicht über Politik tratschen.
Was bringt dich zum Weinen?
Immer wieder, wenn Winnetou in den Armen von Old Shatterhand stirbt.
Wovor hast du Angst?
Vor Dingen die ich nicht beeinflussen kann z. B. Krankheiten, Naturkatastrophen
Welche Eigenschaften schätzt du an Menschen besonders? (bei wem?)
Humor und Geradlinigkeit
Wie lautet dein Lebensmotto?
Frauen die nichts fordern werden beim Wort genommen, sie bekommen nichts.
Simone des Beauvoir
Vor 100 Jahren hat die Sozialdemokratin Clara Zetkin den internationalen Frauentag ins Leben gerufen. Seit dem hat sich viel bewegt. Formall gleichberechtigt, haben Frauen auch heute noch mit Ungleichheit zu kämpfen. Sie werden um 23% schlechter bezahlt als männliche Kollegen. Immer mehr Frauen sind zu niedrigsten Löhnen, in unfreiwilliger Teilzeit, befristet oder in Minijobs berufstätig.
Gerade in Zeiten der Wirtschaftskrise müssen wir verdeutlichen, dass soziale Rechte auch immer Frauenrechte sind. Wir haben die am besten ausgebildete und am meisten emanzipierte Frauengeneration in der deutschen Geschichte und trotzdem sind unter den Erwerbslosen, Alleinerziehenden und Armen deutlich mehr Frauen als Männer, sagt Stephie Karger, Verdi-Bezirksvorsitzende und Kandidaten im Wahlkreis 91 im Herz- und Diabeteszentrum, Bad Oeynhausen.
Interview mit Stephie Karger, stellvertretende Betriebsratsvorsitzende des Herz- und Diabeteszentrum NRW und ver.di Bezirksvorsitzende Herford-Minden-Lippe, zur Situation in den Krankenhäusern und zur Tarifrunde im öffentlichen Dienst.
Stephie Karger kandidiert auf Platz 13 der Landesliste DIE LINKE. NRW zur Landtagswahl am 09. Mai 2010.
In der Berichterstattung über die laufende Tarifrunde des öffentlichen Dienstes von Bund und Kommunen kommen die Beschäftigten kaum vor. Wie sieht die Realität der Beschäftigten in den Krankenhäusern aus?
In Krankenhäusern gilt das Schichtsystem. Die Beschäftigten arbeiten rund um die Uhr, 24 Stunden am Tag. Bei uns sind 70 Prozent Frauen tätig. Die Arbeitszeiten sind für sie ein großes Problem. Jede Krankenschwester muss im Nachtdienst und am Wochenende arbeiten und in der Zeit ist die Kinderbetreuung nur privat möglich. Außerdem ist die Belastung der Beschäftigten wegen des Personalmangels in vielen Bereichen sehr hoch. Trotzdem werden mit weniger Personal mehr Patienten abgearbeitet.
Die Gewerkschaften stellen nicht nur Lohnforderungen. Was ist in dieser Tarifrunde wichtig?
Ich kann mir kaum vorstellen, dass eine Krankenschwester auf einer Intensivstation mit 67 Jahren noch arbeiten kann. Heute wird viel ambulant gemacht. In den Kliniken geht es um Hochleistungsmedizin, die den Beschäftigten Höchstleistungen abverlangt. Die psychische und körperliche Belastung ist hoch. Ältere Menschen müssen wie bisher ohne hohe Rentenabzüge aus dem Arbeitsleben aussteigen können. Deshalb fordern wir, dass die bisherige gesetzliche Altersteilzeitregelung weiter gilt.
Gibt es Forderungen, die sich ausschließlich auf die Krankenhäuser beziehen?
Flexible Arbeitszeiten sind ein großes Problem. Personalnotstände werden auf dem Rücken der Arbeitnehmer ausgetragen. Man kommt zur Arbeit, am nächsten Tag hat man frei und dann heißt es plötzlich: „Du musst morgen arbeiten.“ Da müssen Hürden eingebaut werden. Ein verlässlicher Dienstplan ist gerade der Wunsch vieler Arbeitnehmerinnen, die nicht nur sich selbst sondern auch Familie und Kinder managen. Wenn der Arbeitgeber freie Tage kurzfristig abbläst, muss das für ihn teuer werden.
Die Beschäftigen in den Krankenhäusern haben eine besondere Verantwortung gegenüber den Patienten. Wie ist das bei Streiks?
Die Frauen und Männer, die direkt am Menschen arbeiten, fühlen sich den Patienten oft stärker verpflichtet als sich selbst. Das ist ein großes Problem für die Streikfähigkeit.
Wir lassen die Patienten aber nicht „im Stich“ sondern schließen Notdienstvereinbarungen ab. Da zeigt sich dann oft: Es kann fast niemand mehr streiken, ohne die nötigste Versorgung zu gefährden. Die meisten Kliniken arbeiten ohnehin alltäglich auf dem Niveau einer Notdienstvereinbarung. Es sind also nicht die Streikenden die verantwortungslos handeln, sondern die Politik, die den Status Quo in den Notstand in den Kliniken herbei geführt hat.
Die finanzielle Lage der Kommunen ist sehr schlecht. Sind da überhaupt Lohnsteigerungen drin?
Die Beschäftigen sollen die Zeche zahlen für Dinge, die sie nicht zu verantworten haben. Wir könnten auf die Hälfte unseres Gehalts verzichten und würden die Situation der Kommunen nicht verbessern. Stattdessen sind eine unbefristete Entschuldung der Städte und Gemeinden und eine Gemeindefinanzreform notwendig, damit sie wieder handlungsfähig werden. Lohnverzicht ist der falsche Weg. Damit schwächen wir die Binnennachfrage und begeben uns in eine Abwärtsspirale, die wir nicht mehr aufhalten können.
Stehen nicht weitere Privatisierungen an, wenn die Löhne in dieser Tarifrunde deutlich steigen?
Das ist eine beliebte Drohung der Arbeitgeber, um Beschäftigte unter Druck zu setzen. Denn Privatisierungen gehen in der Regel damit einher, dass sofort Abteilungen outgesourct werden. Das bedeutet weniger und billigeres Personal. Oft bekommen die Beschäftigten 30 % weniger Lohn für die gleiche Arbeit. In privatisierten Kliniken wird so gut wie immer Personal abgebaut und nachweisbar geringer Kliniken qualifiziertes Personal eingestellt. Da geht die Pflegequalität natürlich runter. Private Kliniken machen nicht was möglich ist, sondern nur noch was nötig ist und Profit bringt. Die Gesundheit des Patienten gilt nicht mehr als höchstes Gut. Privatisierungen betreffen also nicht nur die Beschäftigen sondern verschlechtern die Gesundheitsversorgung der gesamten Bevölkerung.
(abgeduckt in: betrieb&gewerkschaft März 2010)
Stephie Karger, erfahrene Kommunalpolitkerin der LINKEN in Löhne, hat anläßlich der Delegiertenversammlung in Mühlheim den Listenplatz 13 erkämpft. Sie setzte sich in der entscheidenen Stichwahl gegen ihre Konkurrentin mit 123 Stimmen (=65,4%) durch.
Wir wünschen unserer Kandidatin auf der Landesliste viel Erfolg!
Alle Ergebnisse und alle Kandidaten finden Sie hier . . .

Liebe Genossinnen und Genossen,
seit vielen Jahren bin ich politisch aktiv und über die PDS zur LINKEN gekommen. Anders als viele andere bin ich stolz, niemals Mitglied der SPD gewesen zu sein.
Schon früh habe ich festgestellt, dass ich bereit und in der Lage bin, mich für meine Mitmenschen einzusetzen. Als Arbeiterkind einer Großfamilie (Vater Tischler und 5 Geschwister) war es nicht immer einfach, sondern mit vielen Hürden verbunden, meinen Platz im Leben zu behaupten.
Ich sehe meine Stärken in meiner Bodenständigkeit und durch meine ver.di Aktivitäten kenne ich die prekären Situationen des Arbeitslebens durch persönliche Kontakte und nicht nur theoretisch. Ich weiß was es heißt sich zu 2€ Stundenlohn erpressen zu lassen und ich weiß, wie es Menschen geht, die für die Einforderung ihrer Rechte von ihrem Arbeitgeber ausgesperrt werden.
Ich halte es für zwingend notwendig, dass erfahrene KommualpolitikerInnen ihre Kenntnisse in die Landespolitik einbringen. Wer die Kommunen stärken will, muss über die Landesebene Weichen stellen, so dass die Daseinsvorsorge nicht noch mehr zu einer Alibifunktion verkommt. Ich will dafür kämpfen, dass die Kommunen ihren verfassungsrechtlichen Anteil an den Landesfinanzen erhalten. Ich fordere eine Gemeindefinanzreform, die nicht das Feigenblatt einer schwarz-gelben Landesregierung ist, sondern zu Recht ihren Namen verdient.
In den nächsten Jahren muss es uns gelingen, die Rekommunalisierung öffentlicher Aufgaben voranzutreiben. Meine Aufgabe hierbei sehe ich nicht nur innerhalb der Partei, sondern auch an der Seite von Organisationen, Gewerkschaften, Initiativen auf Straßen und in Betrieben.
Ich habe einen Traum: von einem sozialen, bunten und ökologischen Nordrhein-Westfalen; von einem Land in dem sich die Menschen wohlfühlen; ein Land das konsequent für die Menschen eintritt. Ein Land, in dem gilt: SOZIAL vor MARKTRADIKAL.
Ich will aufbrechen und mich gegen Armut, Gewalt und Ausbeutung wehren und für Gerechtigkeit kämpfen.
Mit dem Landeswahlprogramm haben wir die richtigen Weichen gestellt und „rote Signale“ ausgesendet.
Eine andere Politik ist nötig! Lasst mich für Euch antreten!
Kontakt: st.karger@gmx.de